Nicht nur der Schriftsteller erfindet Geschichten, jeder Mensch arbeitet im Grunde ständig an seiner Lebenserzählung. Aber muss diese eigene Biographie auch wahr sein? Oder wollen die meisten nicht eher auf ein stimmiges Leben zurückblicken?

Ist es nicht manchmal besser, die Wahrheit ruhen zu lassen und sich mit Erfindungen zu begnügen? Sollte das Ziel einer Psychoanalyse stets die Wahrheit über Vergangenes und die eigene Person sein? Oder müsste es nicht eher darum gehen, dass die Betroffenen "wieder ins Gleis kommen", auch um den Preis der "Unwahrheit"?



Diese und andere Fragen diskutieren der Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee und die britische Psychologin Arabella Kurtz in ihrem Briefwechsel. Er ist mitunter ein wenig spröde und sehr ernsthaft geraten, kann aber mit allerhand klugen Gedanken zum (Seelen-)Leben und zum Schreiben aufwarten.