Frank Banning ist alles, nur kein normales Kind. Der Zehnjährige lebt mit seiner Mutter Mimi, die seit Jahrzehnten ihr zweites Buch nach einem grandiosen Bestseller zu schreiben versucht, in Los Angeles und fällt selbst dort durch sein extravagantes Äußeres auf. Denn in dem Buben, der in Bel Air zur Schule geht (oder eher gehen sollte, so einfach ist das nicht), treffen sich quasi der kleine Prinz, der kleine Lord, Cherlock Holmes, Dr. Livingston und noch etliche andere altehrwürdige reale und fiktive Figuren, denen er durch sein Gehabe und seine Kleidung Ausdruck verleiht. Und das bei einem IQ weit über dem Durchschnitt, der ihn freilich nicht davor bewahrt, mit seiner Umgebung nicht umgehen zu können.

In diese Situation platzt nun die Verlagsassistentin Alice hinein, deren Chef endlich das langersehnte Manuskript haben möchte und ihr aufträgt, sich um Mutter und Sohn zu kümmern, damit die Sache endlich ein Ende finde. Was folgt, ist eine Geschichte des scheinbaren Scheiterns. Denn das Buch wird und wird nicht fertig, dafür wird Alice immer tiefer in die Familiengeschichte der Bannings verstrickt - wobei sich die Familie blo´ß aus Frank, Mimi, Franks nicht anwesendem leiblichen Vater (via Samenbank) und Mimis altem Freund und Franks Klavierlehrer Xander zusammensetzt. Letzterer spielt auch noch eine wichtige Rolle in dieser kindlich-turbulenten, von amorösen Akzenten durchwirkten, mit Filmzitaten gespickten, ziemlich verschrobenen, aber liebenswerten Geschichte, die nächst Hollywood spielt und perfekt geeignet ist, ein bisschen Sonnenschein in saukalte Wintertage zu bringen. Nicht nur, weil das Herz mitlacht, wenn es mit Frank mitleidet und sich mitfreut - bis zum bitteren Ende, dem ein kitschiges Finale folgt.

Julia Claiborne Johnson:
Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning
Aufbau Taschenbuchverlag; 397 Seiten; 13,40 Euro