Nein, dieses Buch ist keine Verlagsanthologie, auch wenn es sich ausschließlich auf Texte stützt, die in den letzten dreißig Jahren in der verdienstvollen Bibliothek der Provinz aus dem niederösterreichischen Weitra erschienen sind: "Schlangen schauen" ist vielmehr ein Kunstwerk, ein Leseabenteuer - und eine konkrete Poetik des Arabesken. Wie man dies zu verstehen hat, das erläutert Axel Ruoff im klugen Vorwort des von ihm mit Kennerschaft zusammengestellten Bandes.



Axel Ruoff, 1971 in München geboren, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin und Aix-en-Provence. Seit 2005 lebt er, nach fast einem Jahrzehnt in Marseille, als Autor wieder in Berlin. Sein Band "Schlangen schauen" unternimmt eine Irrfahrt durch kreuz und quer verwobene Texte, eine Achterbahnfahrt durch die Vieldeutigkeit, die Vielstimmigkeit der Sprache, durch Möglichkeiten des Stils, durch die Höhen und Tiefen des Gefühls und der menschlichen Existenz.

Anhand eines ausgeklügelten thematischen Verweissystems kann man den linearen Lektürepfad jederzeit verlassen, um eigene Erkundungstouren durch rund 350 Seiten mit Textbruchstücken von Adalbert Stifter bis Herbert Achternbusch zu unternehmen. Doch welchen Weg immer man sich durch das Buch bahnt, es warten literarische Abenteuer an jeder Abzweigung.