Wien. Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2018. Die 77-Jährige gehöre zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit und beweise in ihrem Werk "immer wieder ihr politisches Gespür und ihre Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen", begründete der Börsenverein des Buchhandels die Auszeichnung.

Atwood, deren Bücher in mehr als 30 Sprachen erschienen sind, gilt als erfolgreichste Autorin Kanadas. Sie hat Romane, Kurzgeschichten, Essays, Theaterstücke, Drehbücher und Kinderbücher geschrieben. Darin setzt sich Atwood, die sich auch als Umweltaktivistin und passionierte Vogelschützerin einen Namen gemacht hat, auch intensiv mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander. "Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz prägen die Haltung Margaret Atwoods, die mit wachem Bewusstsein und tiefer Menschenkenntnis auf die Welt blickt und ihre Analysen und Sorgen für uns so sprachgewaltig wie literarisch eindringlich formuliert", so die Jury.

Einer großen Öffentlichkeit bekannt wurde Atwood 1985 mit ihrem utopischen Roman "Der Report der Magd". Darin beschreibt sie in der Tradition George Orwells eine totalitäre Gesellschaft, in der Frauen als Gebärmaschinen benutzt und unterdrückt werden.