Vom Kabarettisten Michael Niavarani ist man deftigen bis derben Humor gewohnt, der auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt. Wenn er dann auch noch seinem neuen Buch den Titel "Ein Trottel kommt selten allein" gibt und dazu eine patzige Autorenbotschaft auf die Rückseite des Einbands hinrotzt, dann darf man getrost davon ausgehen: Das wird bissig, das wird böse, da gibt es wieder viel Bruhaha-Haudrauf-Humor.

Doch halt, dem ist nicht so: Denn Niavarani, mag es seiner vor einigen Jahren neuentdeckten Liebe zum Sprachkünstler William Shakespeare geschuldet sein oder anderen Umständen, überrascht seine Leser mit äußerst ernsten Themen, an die er auch - zumindest teilweise - seriös herangeht.

In der Hauptsache geht es um zwei Themenkreise: Wie gehen wir mit dem selbstverschuldeten Klimawandel um? Und warum sind manche Witze lustig und andere nicht? Freilich wäre es nicht Michael Niavarani, wenn nicht nur die Antwort auf die zweite Frage zum Lachen wäre - obgleich selbiges auch ihm selbst im Hals stecken zu bleiben scheint, wenn er die Welt, und was wir daraus gemacht haben, betrachtet.

Dreh- und Angelpunkt dieser Betrachtungen ist eine burgenländische Badehütte in einer durchwachten Nacht, während der er seinem Nachbarn den Inhalt des neuen Buchs erzählt. Der Leser ist also mittendrin in der dialogischen Entwicklung des Lesestoffs und bekommt dabei sehr gute Einblicke in die Hintergedanken, die sich der Autor dabei macht.

So erläutert Niavarani, wie er seine Liebe zu Shakespeare wiedergefunden hat, entwickelt Theorien über den Weg vom Homo erectus zum Homo ridens, befasst sich mit historischen Spaßmachern, in deren Fußstapfen er als Kabarettist des 21. Jahrhunderts getreten ist - und landet dann unversehens beim bereits erwähnten Klimawandel samt Ursachen und Folgen.

Und dazwischen? Da gibt es dann schon auch noch die eine oder andere absurde, aber höchst unterhaltsame Kurzgeschichte, bei der man etwas unschlüssig ist, ob Michael Niavarani seinen Lesern nun damit etwas sagen oder sie bloß bei Laune halten will. Und das wiederum ist so gar nicht ungewohnt.

Insofern ist das Buch "Ein Trottel kommt selten allein" dann doch ein typisches Niavarani-Produkt.