Endlich kommen die Ravenboys um Richard Gansey III. an ihr Ziel - auf die eine oder andere Art jedenfalls. Denn mit "Wo das Dunkel schläft" steigt das große Finale von Maggie Stiefvaters Fantasy-Zyklus um einen uralten walisischen König, von dem sich Richard, der schon einmal gestorben ist und noch einmal zu sterben droht, wenn ihn seine wahre Liebe küsst, eine Gunst erhofft, wenn er ihn nur findet. Und seine rastlose Suche gemeinsam mit seinen drei Freunden und Schulkollegen Ronan, Adam und Noah (Letzterer bekanntlich ein Geist), scheint nun doch Früchte zu tragen - während gleichzeitig eine neue Gefahr rund um die vier Ravenboys, ihre Gesinnungsgenossin Blue und den verwunschenen Wald, mit dessen Hilfe sie den König suchen, auftaucht, die viel größer ist als alle bisherigen.

Es wird noch einmal richtig spannend, und die Autorin dreht voll auf, während sie ihre Geschichte zu einem Ende bringt und auch noch für ihre Leser einige Wissenslücken füllt. Ein würdiges Ende jedenfalls für eine großartig gestaltete, wenngleich mitunter etwas langatmig niedergeschriebene Fantasy-Saga, die britischen Völkerwanderungsstoff ins 21. Jahrhundert in den USA hebt. Und so werden die Fäden, die in den bisherigen Bände ("Wen der Rabe ruft", "Wer die Lilie träumt", "Was die Spiegel wissen") gesponnen wurden, nun zu einem großen Ganzen verwoben. Ob nun das Ende auch alle Leser befriedigen wird, bleibt abzwuarten . . .

Maggie Stiefvater: Wo das Dunkel schläft
Script5; 480 Seiten; ab 14 Jahren; 20,60 Euro