"Unsere Schulen sind meines Erachtens auf die Flüchtlingsbewegung überhaupt nicht vorbereitet . . ." Dieses Urteil fällt Heidi Schrodt, engagierte Pädagogin und Bildungspolitikerin, in einer neuen Ausgabe der Zeitschrift "ide", die sich mit dem Thema Migration und Schule beschäftigt. Allerdings bleibt der Band nicht bei diesem kritischen Befund stehen. In unterschiedlichen methodischen Ansätzen wird hier ein Deutschunterricht entworfen, der mit der "Flüchtlingsbewegung" besser zurecht kommen sollte als herkömmliche Praktiken.

Dabei geht es um didaktische Modelle wie "fächerübergreifendes Arbeiten", "Freiräume des kreativen Schreibens", Einsatz von Komik und Witz im Unterricht und Ähnliches. Darüber hinaus gehört es aber zu den zentralen Anliegen der Publikation, zu vermitteln, dass es eine "Flüchtlingskrise" nur gibt, weil die Einheimischen die Begegnung mit Zuwanderern als Krise wahrnehmen. Diese Sicht der Dinge wird gewiss auf Gegenreden stoßen.

Die 23 Verfasserinnen und Verfasser dieses Heftes plädieren jedenfalls dafür, die Herausforderungen der "multikulturellen Gesellschaft" produktiv anzunehmen. Im Zentrum ihres Interesses steht die Schule, aber ihr Plädoyer für Offenheit ergeht an die Gesamtgesellschaft.