Jetzt hat also auch Thomas Stipsits sein erstes Buch geschrieben. Und der gefeierte Kabarettist (unter anderem Österreichischer Kabsrettpreis für "Triest" mit Manuel Rubey) hat dabei lange mit sich gerungen, bis er sich zutraute, seine Gedanken nicht nur zu Papier zu bringen, um sie Livepublikum vorzutragen, sondern sie auch drucken zu lassen und die damit einer langfristigeren Kritik auszusetzen. Diese dürfte allerdings überwiegend wohlwollend ausfallen, denn Stipsits hält sich an das alte Motto: "Schuster, bleib bei deinen Leisten." Sprich: Er weiß, was er kann, und macht genau das und strebt nicht nach höheren Sphären, aus denen er abstürzen könnte.

Und so hat er 26 Kurzgeschichten über ebenso viele verschiedene Personen von Andreas bis Zita geschrieben, jede für sich ein literarisches Kleinod, in dem zwar oft ein Hauch Satire mitschwingt und mitunter Erinnerungen an Kishon wach werden, letztlich aber das Banale überwiegt. Was aber nicht negativ gemeint ist. Denn Stipsits schafft die Kunst, Alltagssituationen so zu überzeichnen, dass sie unterhaltsam sind, aber dennoch nicht unglaubwürdig wirken.

Und immer wieder kommt - irgendwoher muss das Buch ha seinen Titel haben - das kleine Glück vor, in ganz verschiedenen Formen. Zwar vielleicht nicht immer als traditionelles Happy End, aber fast jede kleine Geschichte hinterlässt ein kleines Stück Fröhlichkeit. Und dazwischen hat Stipsits auch eine wundervolle Liebeserklärung an seinen kleinen Sohn eingestreut.

Thomas Stipsits: Das Glück hat einen Vogel
Verlag Ueberreuter; 160 Seiten; 19,95 Euro