Der 1963 in Wien geborene Thomas Brezina hat nicht nur 550 Bücher geschrieben und 70 Millionen Stück verkauft, sondern auch zahlreiche TV-Serien entwickelt, die international erfolgreich laufen. Headquarter für all das ist Brezinas Firma Tower10 in Liesing. Im Besprechungszimmer steht Tom Turbo: mittlerweile mit 24 Jahren auf dem Sattel.

Ein Mann und sein Detektivfahrrad: Thomas Brezina auf Tom Turbo. - © Kurt Prinz
Ein Mann und sein Detektivfahrrad: Thomas Brezina auf Tom Turbo. - © Kurt Prinz

"Wiener Zeitung": Wo befinden wir uns gerade?

Thomas Brezina:Wir sind in meiner Firma. Tower10 besteht aus verschiedenen Firmen mit verschiedenen Aufgaben. Da gibt es Tower10 KidsTV, wo Kinderprogramm für den ORF produziert wird. Dann gibt es Abteilungen, die machen die Erlebniswelten, die auf meinen Ideen basieren, wie die Abenteuer-Wanderwege in Tirol oder das Erlebnisbesucherzentrum am Flughafen Wien. Und dann gibt es hier auch Tom Storyteller, das ist die Firma, die mein gesamtes Buchwerk betreut und verwaltet.

Wie viele Leute arbeiten hier?

Ah, ich bin mir nicht sicher. Über 20.

Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus?

Ein typischer Tag besteht immer darin, dass ich mir etwas ausdenke und dass ich diese Idee in irgendeiner Form verwirkliche, zu Papier bringe oder als Instagram-Story gestalte. Das wichtigste bei allen Projekten ist mir: Top-Qualität.

Was sind die schönsten, was die lästigsten Seiten Ihres Schaffens? Vielleicht bürokratischer Aufwand?

Nein, es ist so, dass mein Leben - Gott sei Dank! - zu einem ganz, ganz großen Teil daraus besteht, dass ich mir Dinge ausdenken kann, dass ich Dinge erfinden kann. Um alles andere kümmern sich die Firma Tower10 und Tom Storyteller. Ausdenken geht immer sehr schnell, aber das dann wirklich umzusetzen, ist eine andere Sache. Zu sitzen und zu schreiben braucht einfach Disziplin. Es ist irrsinnig schön, wenn man es geschafft hat - aber der Weg dorthin ist anstrengend.

Sie verkaufen wahrscheinlich mehr Bücher als Elfriede Jelinek und Thomas Bernhard zusammen - aber wie sieht es mit der Anerkennung aus?

Kinderliteratur wird immer als minder angesehen, und es ist auch so, dass Kinder in unserer Gesellschaft als minder angesehen werden. Dagegen trete ich seit Jahren an, weil ich das Kindern gegenüber als respektlos empfinde. Ich muss auch dazu sagen, dass ich aufgehört habe, darüber nachzudenken oder mich darüber zu ärgern. Das ist es nicht wert.