Zwei Jahre, sechs Monate und drei Tage hat der italienische Bestsellerautor Giorgio Volpe an dem Roman seiner Familie geschrieben. In seinem Verlag sind alle begeistert, aber statt der Lektorin, die viele Jahre sein Werk betreute, stehen nun zwei Russen, von denen einer nicht einmal Italienisch spricht, vor seiner Tür und wollen das Manuskript mit ihm bearbeiten.

Der italienische Schauspieler, Regisseur und Autor Antonio Manzini hat mit "Spitzentitel" eine sehr komische Satire auf die Buchbranche und die Marktoptimierung von Literatur, inklusive der Bereitschaft vieler Autoren, mitzuspielen, geschrieben. Giorgios Verlag geht in der "mächtigsten Verlagsgruppe aller Zeiten" auf, nun bestimmen russische und arabische Investoren, die vor keiner Abstrusität zurückschrecken, über das Schicksal seiner Familiengeschichte.

Zunächst wird jegliche Kriegserfahrung daraus entfernt - zu negativ; gefragt sind nur noch Frieden, Liebe, Optimismus und Brüderlichkeit. Das gilt auch für italienische und russische Klassiker, sie werden neu "übersetzt", in leicht verständliche Vulgärsprache. Bei Erscheinen von Giorgios Roman sind die Kritiker entsetzt, aber die Verkaufszahlen stimmen. Und immerhin gewährt ihm seine neue Lektorin eine Woche Urlaub, bevor er sich an sein nächstes Werk setzen muss.