Die 15-jährige Sofie steckt in einer echten Lebenskrise. Als wäre die Pubertät nicht schon hart genug, ist auch noch ihre Mutter an Krebs gestorben. Und während Sofie in ein tiefes Loch fällt, vergräbt sich ihr Vater, ein renommierter Reisefotograf, noch mehr in seine Arbeit. Statt zusammenzustehen, entfremden sich die beiden nun noch mehr - bis es auch Sofies Vater bewusst wird und er das Heil in einer gemeinsamen Reise nach Nordamerika sucht, wo er eine Fotoreportage von einem Stammesfest der Makah-Indianer machen soll. Also landen die beiden Deutschen in einer völlig fremden Welt, deren Bewohner ihre uralten Traditionen mit modernen Lebensweisen vermischen.Und weil es ein Jugendbuch ist, kommt neben Indianern (und Schwertwalen, die vor deren Küste auftauchen) auch das Motiv der ersten Liebe auf. Denn Sofie, die daheim nicht einmal ansatzweise für Burschen interessant war, trifft hier nun auf den 16-jährigen Indianer Javid, der erstaunlicherweise von ihr fasziniert ist (und umgekehrt).

Antje Babendererde, die schon mehrere Jugendromane in der Lebenswelt der Makah angesiedelt hat, nimmt ihre Leser mit in ein dreifaches Abenteuer: Da ist erstens die Faszination für Naturvölker (beziehungsweise deren Erben), zweitens die Liebe zur Natur selbst (in Form der Orcas, die Sofie hautnah erlebt) und drittens die Auseinandersetzung mit den Schwierigkeiten von Pubertät, Erwachsenwerden und Teenager-Verliebtheit. Eine Geschichte, die auf 356 Seiten, nie langweilig wird.

Antje Babendererde:
Der Gesang der Orcas
Arena Verlag; 10,30 EUro