Eine Handvoll Menschen in einem Schlauchboot mitten im Mittelmeer, der Außenbordmotor ist längst ausgefallen, die Flüchtlinge treiben ziellos auf den Wellen. Mittendrin sitzt ein Bub mit einer Geige, der seinen Leidensgenossen eine Geschichte erzählt, die eine Parabel ist über ein weißes Wildpferd, das ein Schäferjunge als Fohlen rettet und als erwachsenen Hengst verliert, weil er sich einem schwarzen (=bösen) Fürsten widersetzt, der es sich unterwerfen will und zu Tode schindet - doch am Ende siegt das Gute über das Böse, und das Opfer war nicht umsonst.

Es ist eine literarische Reise, auf die Gill Lewis ihre Leser mitnimmt, illustriert von Jo Weaver in dunklen Farben, die dem Thema angemessen sind. Es ist eine Geschichte über Respekt, Vertrauen, Mut und Idealismus. Und es ist ein Erklärstück zur Tradition der mongolischen Pferdekopfgeigen, aber das nur am Rande. Am Ende bleibt ein sehr melancholisches Gefühl, während die Bootsflüchtlinge ihrem ungewissen Schicksal entgegentreiben.

Gill Lewis: Der Klang der Freiheit
Ars Edition; 80 Seiten; ab 10 Jahren; 10,30 Euro