In dem Sommer, den Fernanda und ihre Freunde, die alle aus wohlhabenden Familien in Mexico City stammen und davon träumen, Künstler zu werden, in Italien verbringen wollen, wird ihr Großvater von der Drogenmafia entführt.

Bis dahin dachte Fernanda, von so etwas würden nur Menschen aus Stadtvierteln, in die sie und ihre Freunde sich nicht einmal im Traum begeben würden, heimgesucht. Das Ereignis wird ihre Familie aus Mexiko vertreiben und nach Europa und in die USA zerstreuen.

Der mexikanische Journalist Antonio Ruiz-Camacho, der heute in Austin, Texas lebt und auf Englisch schreibt, erzählt in seinem schriftstellerischen Debüt "Denn sie sterben jung" die Geschichte der Nachkommen des Patriarchen José Victoriano Arteaga.

In acht ineinander greifenden Erzählungen kommen Kinder, Enkel, Geliebte und Bedienstete in Austin, New York und Madrid zu Wort. Unaufgeregt, aber sehr lebendig schildert Ruiz-Camacho Alltagsanekdoten nach der Vertreibung, schreibt über Verlust von Nähe, das Einleben in der Fremde, Ängste, die Sehnsucht nach Heimat und Zugehörigkeit, über Familienlegenden und das Glück, wenn "Leute wie wir (. . .) einander aus kilometerweiter Entfernung" erkennen, "wir geckenhaft herausgeputzten Verbannten, haltlos durch das Am-Arsch-der-Welt-Amerika treibend".