Der US-amerikanische Anwalt, Jus-Professor und Autor John Jay Osborn hat mit seinem Roman "Liebe ist die beste Therapie" ein Kammerspiel vorgelegt, das so ähnlich überall auf der Welt, wo Menschen aus der gehobenen Mittelschicht sich einer Paartherapie unterziehen, spielen könnte.

Steve und Charlotte haben sich entfremdet. Zahlreiche Verletzungen inklusive Fremdgehen auf beiden Seiten ließ ihre große Liebe erkalten, bis vor allem bei Charlotte nichts mehr davon übrig zu sein scheint. In der Praxis ihrer Therapeutin Sandy, deren eigene Vergangenheit sich in ihren Reflexionen über die Ehe der beiden, die Ehe im Allgemeinen und ihre eigenen Erfahrungen spiegelt, arbeiten sie die Hochs und Tiefs der gemeinsamen Jahre zwischen Ablehnung und Wiederannäherung schwankend auf.

Als Leser wohnt man dem Zusammenbruch einer Ehe und dem Wiederaufbau bei, erkennt sich gelegentlich in dem einen, dann in dem anderen Protagonisten wieder - und lernt einiges darüber, wie ein Paar sich neu, vielleicht besser als zuvor, aufeinander einstellen kann. Sprachlich und dramaturgisch schlicht, funktioniert der Roman über die psychologische Auseinandersetzung mit dem Thema.