(ski) Es lohnt, wenn ich an einer "Gebrauchsanweisung für mich selbst" arbeite. Und es lohnt dann auch, einer solchen "Gebrauchsanweisung" zu folgen. Ein gutes Leben hänge damit zusammen, dass man "Das Gute leben" will, dass man versucht, sich an dem, was man als gut erkannt hat, zu orientieren. Der Theologe und Philosoph Clemens Sedmak, der an der Uni Salzburg das Zentrum für Ethik und Armutsforschung leitet, hat darüber einen schmalen Band verfasst, der viel christliche Lebensweisheit enthält.

Wider die reine Vernunft

Man könne Entscheidungen aufgrund reiner Vernunft treffen, so Sedmak, aber auch auf eine zweite Art: Man "kann nicht anders" - wie einst Martin Luther. In einzelnen Situationen könne der Mensch nicht zwischen Optionen wählen, wenn er sich selbst treu sein wolle. Sedmak nennt als Beispiel Eltern, die sich um ein schwerstkrankes Kind kümmern, ohne an ihre Karriere zu denken.

Welchen Wunsch würden wir einem Neugeborenen mitgeben wollen? Wie möchte ich mein Leben dereinst, wenn es zu Ende geht, gelebt haben? Was ist für ein gutes Leben unverzichtbar? Um diese drei Fragen kreisen Sedmaks Gedanken. Er erzählt Geschichten und zitiert viele Texte, wobei er den Schluss von Hilde Domins Gedicht "Tunnel" hervorhebt: "dies Wort: / ,Fürchte dich nicht‘ / es blüht / hinter uns her." Beide Gedanken, so Sedmak, seien ihm für ein gutes Leben wichtig: Angstfrei durchs Leben zu gehen. Und: "Ein gutes Leben lässt einen Menschen aufblühen und macht dadurch auch andere Blüten und Früchte möglich."