• vom 12.11.2018, 11:36 Uhr

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Update: 12.11.2018, 14:24 Uhr

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Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein




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Von WZ Online, APA, Reuters

  • Die Signa-Gruppe beteiligt sich an den Zeitungen über WAZ Auslands Holding GmbH.

Immobilien-Investor Rene Benko hat erst im Juni die Möbelhäuser Kika/Leiner von der Steinhoff-Gruppe erworben.

Immobilien-Investor Rene Benko hat erst im Juni die Möbelhäuser Kika/Leiner von der Steinhoff-Gruppe erworben.© APAweb, Hans Klaus Techt Immobilien-Investor Rene Benko hat erst im Juni die Möbelhäuser Kika/Leiner von der Steinhoff-Gruppe erworben.© APAweb, Hans Klaus Techt

Wien. Rene Benkos Signa Holding schnuppert Medienluft und steigt dafür gleich bei "Kronen Zeitung" und "Kurier" ein. Dies geschieht über eine 49-prozentige Beteiligung an der WAZ Ausland Holding GmbH. Über diese hält die deutsche Funke-Gruppe 50 Prozent an der "Krone" und fast die Hälfte am "Kurier". Der Deal wurde am Montag per Aussendung bekanntgegeben.

Die übrigen Anteile an der "Krone" gehören der Familie Dichand. Am "Kurier" ist ferner die österreichische Raiffeisen-Gruppe beteiligt.

"Die Digitalisierung löst die Grenzen zwischen traditionellen Geschäftsmodellen auf. Handel, Information und Unterhaltung, aber auch das Wohnen und die moderne Welt der Arbeit – diese Bereiche lassen sich schon heute nicht mehr trennen. Wir investieren deshalb strategisch in Geschäftsmodelle, die breite Konsumentenschichten mit außergewöhnlichen Produkten und Leistungen überzeugen und ihre zukünftigen Bedürfnisse in der analogen wie der digitalen Welt ganzheitlich abbilden. Die Transformation starker Marken spielt da eine ganz wesentliche Rolle", wird Rene Benko in der Aussendung zitiert.



Die Zusammenarbeit starte "nach Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden". Signa hielte dann durchgerechnet 24,22 Prozent am "Kurier" und 24,5 Prozent an der "Krone". Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Konflikt schwelt seit Jahren

Die Funke-Gruppe ist seit 1987 bei der "Kronen Zeitung" an Bord, seit 1988 beim "Kurier" - damals firmierte der Konzern noch als Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Die Fifty-Fifty-Konstellation beim mächtigen Kleinformat ist nicht unproblematisch. Seit Jahren schwelt ein Gesellschafterkonflikt, der immer wieder vor Schiedsgerichten endet. Gerüchte über einen Verkauf der Funke-Anteile machen regelmäßig die Runde. In diesem unharmonischen Gleichgewicht könnte der Signa-Deal eine neue Dynamik schaffen.

Auffällig ist dabei auch, dass er publik wird, kurz nachdem das Erbe von "Krone"-Gründer Hand Dichand geregelt wurde - acht Jahre nach seinem Tod. Seit Ende September halten Helga Dichand und ihre drei Kinder Michael, Johanna und Christoph den 50-Prozent-Anteil Dichands an der "Krone" zu gleichen Teilen, somit zu je 12,5 Prozent.

Originelles Detail am Rande: Benko legt derzeit ein Faible für Investments in Wien-Heiligenstadt an den Tag. Zuletzt erwarb er den "APA-Turm" in der Gunoldstraße im 19. Bezirk - direkt gegenüber von der "Kronen Zeitung" mit der Adresse Muthgasse 2. Und auch der "Kurier" logiert seit 2014 in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Milliardenvermögen

Für die Signa Holding ist der Kauf die erste Investition im Medienbereich. Der Gruppe gehören zahlreiche Immobilien und Handelsunternehmen, darunter die Marke Karstadt, die derzeit mit Kaufhof fusioniert.

Die Signa Holding expandiert rasant, von Prag bis zum Gardasee, von Frankfurt bis Mailand ist Benkos Immobilienkonglomerat präsent. Eines der bekanntesten Projekte ist das Goldene Quartier mit Luxusshops und Penthäusern in der Wiener Innenstadt. Benko ist heute einer der größten privaten Immobilienbesitzer in der Hauptstadt, sein Vermögen wird auf 3,7 Mrd. Euro geschätzt, das Immobilienvermögen der Signa Holding beträgt rund 7,5 Mrd. Euro.





Schlagwörter

Medien, Rene Benko, Krone, Kurier, Signa

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-12 11:37:54
Letzte Änderung am 2018-11-12 14:24:02


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