Fragen der Privatsphäre und des Datenschutzes dürften sich bei den meisten solcher Neuerungen, derer sich zuletzt viele anbahnen, größtenteils durch kluge Gesetze klären lassen. Im Fall der Technologie von Neosapience ist dagegen wahrscheinlich, dass sie bald ein Selbstläufer wird. Sobald Stimmen einfach zu stehlen sind, wird es wohl schwierig, sie wieder einzufangen. So bekäme auch das Problem rund um Fake News eine neue Dimension, sobald Stimmen plötzlich auf täuschend echte Weise Dinge sagen können, die ihre ursprünglichen Besitzer nie gesagt haben.

"Wir können nachverfolgen, welche Stimme echt ist und welche nicht", sagt Taesu Kim dazu und verweist auf die Datenbank seines Unternehmens. Dennoch wäre ein Schaden zum Zeitpunkt einer derartigen Nachverfolgung auf Echtheit längst in der Welt. Ein Ruf wäre also potenziell ähnlich beschädigt wie nach falschen Mordvorwürfen, von denen sich kaum eine Person leicht erholt.

Zudem haben neue Technologien die Tendenz, rasch kopiert zu werden. Ist das Entwicklerwissen erst in der Welt, wird es meist bald in mehrere Hände geraten. Wenn die eigene Stimme nicht mehr nur einem selbst gehört, kann sich die Welt auf neue Probleme einstellen. Dafür aber auch auf günstig produzierte Filme. Und vielleicht weniger müßige Kommunikation.