• vom 04.12.2018, 17:09 Uhr

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Update: 04.12.2018, 21:18 Uhr

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ORF teilt TV-Sender gesellschaftlichen Gruppen zu




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Von Bernhard Baumgartner

  • Programm soll auf "Sinus-Milieus" zugeschnitten sein.



Wien. Das Jahresende ist traditionell die Zeit des Bilanzierens. Wie ist es gelaufen, das fast schon vergangene Jahr? Für den ORF war die Quotenbilanz in den vergangenen Jahren selten ein Tag der Freude, gab es doch wieder und wieder neue Tiefststände zu verkünden. Die Latte liegt bereits einigermaßen tief: 20,6 Prozent Marktanteil (ab 12 Jahre) gilt es für ORF2 zu halten, ORFeins lag 2017 noch bei 10,8 Prozent. Aller Voraussicht nach wird sich dieses Jahr die Zehn-Prozent-Marke für ORFeins bereits relativ deutlich nicht mehr ausgehen. Im November lag man im Schnitt bei 8,7 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch 18 gewesen. ORFeins hat sich demnach in zehn Jahren halbiert, ORF2 sank langsamer aber ebenso deutlich (siehe Grafik).

Wo das Publikum hingegangen ist, ist so einfach nicht zu erklären, blieben doch vor allem die deutschen Hauptsender wie Pro7 oder RTL in ihren Marktanteilen erstaunlich stabil. Auch das heimische Privatfernsehen (ATV zuletzt 3,7 - Puls4: 3,6 Prozent) wuchs zwar stetig, aber langsamer, als es den Akteuren lieb war. Vielmehr ist es die immer deutlichere Fragmentierung des Marktes, die den Marktführer besonders bluten lässt. Waren im Jahr 2000 noch acht Prozent der Zuschauer auf der Vielzahl an Kleinsendern unterwegs, hat man schon vor Jahren die 25-Prozent-Marke überschritten. Immer mehr Sender mit jeweils ein paar zehntel Prozent Marktanteil knabbern in Summe am Erfolg der Großen. Ein Beispiel dafür ist der Männersender DMAX, klein aber wachsend. Und da es immer mehr davon gibt, sinkt der Marktanteil ständig, ohne dass es einzelne, große Gewinner im Markt gäbe.



Noch gar nicht eingerechnet sind dabei jene Menschen, die ihren Fernseh-Konsum mittlerweile völlig zu den internationalen Streamingdiensten verlagert haben. Denn deren Marktanteil wird national nicht erfasst. Hier sind also im Messverfahren deutliche Verluste der vergangenen Jahre noch gar nicht eingepreist. 15 Prozent der TV-Kundschaft sollen es mittlerweile sein, die man zumindest zeitweise an das Streaming verloren hat und die so nicht erhoben werden können.


ORFeins für "Postmaterielle"
Im ORF ist man sich der Problematik bewusst und arbeitet nun, nach schier endlosen Debatten um die neue Struktur, an einer gründlichen Neukonzeptionierung von ORFeins und ORF2, deren erste Ergebnisse im Rahmen der Programmpräsentation für 2019 kürzlich vorgestellt wurden (die "Wiener Zeitung" berichtete). Strukturell kam es bereits im Vorfeld mit traditionellen Aufgabenverteilungen zum Bruch, wurden doch mit Elisabeth Totzauer für ORFeins und Alexander Hofer für ORF2 zwei neue Channel-Manager für die Hauptsender bestellt. Diese wurden nach langen Diskussionen mit umfassenden Kompetenzen auch personeller Natur ausgestattet und haben den Auftrag, den beiden Sendern eine ganz eindeutige Farbe zu geben, wie es heißt. Deren Kompetenzen gingen zu Lasten der Programmdirektion und der bereits aufgelösten Informationsdirektion, die von Generaldirektor Alexander Wrabetz persönlich wahrgenommen wird. Die Channel Manager haben nun weitreichende Befugnisse in die Hauptabteilungen des Hauses hinein.

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Medien, Fernsehen, ORF

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Dokument erstellt am 2018-12-04 17:22:47
Letzte Änderung am 2018-12-04 21:18:32


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