USA: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erscheint auch das TV-Angebot unbegrenzt. Und weil US-Haushalte im Durchschnitt 190 Fernsehkanäle haben, haben Filme es angesichts der Breite des Programms schwerer als anderswo, zum Weihnachtsklassiker zu werden. An den Feiertagen läuft im TV so ziemlich alles - vom Streaming-Angebot ganz zu schweigen. Als Klassiker gehen vor allem "Ist das Leben nicht schön?" aus dem Nachkriegsjahr 1946 durch, "Fröhliche Weihnachten" (1983), "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" (1966/2000), "Buddy - Der Weihnachtself" (2003) und natürlich die Komödie "Kevin - Allein zu Haus" aus dem Jahr 1990.

Russland: Sowjetische Plattenbauten sind einander zum Verwechseln ähnlich - auf dieser Idee beruht "Ironie des Schicksals", der Neujahrs-Klassiker des russischen Fernsehens von 1975. In der Liebeskomödie von Eldar Rjasanow wird ein sturzbetrunkener Ingenieur von Moskau nach Leningrad geflogen. Aber auch dort gibt es ein Haus mit seiner Adresse; und, o Wunder, sogar der Wohnungsschlüssel passt. Natürlich lebt dort eine hübsche junge Frau. Erst will sie ihn rauswerfen; dann kommt es, wie es kommen muss. Die Russen freuen sich jedes Jahr über die Scherze und die Lieder, die zur Gitarre gesungen werden. Ausländische Zuschauer finden meist, dass von drei Stunden Laufzeit auch die Hälfte bis zum Happy End gereicht hätte.

Australien: Down under kennt (sommerbedingt) keine weißen Weihnachten. Die Wetterlage kann da durchaus Auswirkungen aufs Fernsehverhalten haben. In Australien - wie zum Beispiel auch auf den Philippinen - hat sich in den vergangenen Jahren die romantische Komödie "Tatsächlich Liebe" ("Love Actually") zum TV-Klassiker für die Festtage entwickelt, weil Weihnachten schließlich das Fest der Liebe ist. Weil die Temperaturen jedoch ganz anders sind als im grauen, kalten Europa, kann der Film aus dem Jahr 2003 aber auch draußen gezeigt werden: In Sydney zum Beispiel läuft er Open Air. Und auch hier darf "Kevin" ein bisschen alleine zu Hause sein.