• vom 11.01.2019, 15:43 Uhr

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Update: 11.01.2019, 15:58 Uhr

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Bis zum Mond und zurück




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Von Viktoria Klimpfinger

  • Von 6. bis 20. Jänner rückt Arte mit dem Schwerpunkt "Winter of Moon" den Mond ins Rampenlicht.

Stummfilm "Frau im Mond" mit Gerda Maurus als Friede Velten.

Stummfilm "Frau im Mond" mit Gerda Maurus als Friede Velten.© Arte Stummfilm "Frau im Mond" mit Gerda Maurus als Friede Velten.© Arte

Gerade hat das eine Jubiläumsjahr geendet, da folgt auch schon das nächste: 2019 jährt sich das Datum der ersten bemannten Mondlandung zum 50. Mal. Neil Armstrong setzte am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen Fuß auf das Antlitz des natürlichen Erdsatelliten. Fast ein halbes Jahrhundert später, am 3. Jänner 2019, schaffte es nun die chinesische Sonde "Chang’e 4" als Erste, auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu landen. China kündigte außerdem wie etwa auch die USA und Russland an, in absehbarer Zeit wieder Menschen auf den Mond schicken zu wollen.

Der Wettlauf zum Mond geht also in eine zweite, ambitionierte Runde. Und das längst nicht mehr nur zu Forschungszwecken oder aus politischem Kalkül. Nein, der Mond könnte sogar zur außerirdischen Touristenattraktion werden. Raumfahrtunternehmer Elon Musk will bereits 2023 den japanischen Milliardär Yusaku Maezawa als ersten Weltraumtouristen auf eine Reise um den Mond schicken. Und manche künftigen Trabantenreisenden sind vielleicht sogar gekommen, um zu bleiben. Denn auch eine Besiedelung des Mondes scheint nicht ausgeschlossen. Immerhin arbeiten Forscher laut der Europäischen Weltraumorganisation ESA bereits an der passenden Bausubstanz für ein "Moon Village." Wir könnten dem Nachtwächter der Erde also in Zukunft näher sein als gedacht. Arte bringt ihn uns noch bis 20. Jänner mit dem Schwerpunkt "Winter of Moon" sogar bis ins Wohnzimmer. Auch dieses Wochenende ist das Programm gespickt mit lunaren Dokus und Spielfilmen.

Denn egal ob Kunst oder Wissenschaft, Avantgarde oder Folklore - der Mond übt in den unterschiedlichsten Sparten große Anziehung auf den Menschen aus. Die dreiteilige Doku-Reihe "Mensch und Mond" (Sa., 20.15; 21.05; 22.00) begibt sich auf die Spuren der Geschichte dieser scheinbar unzerbrechlichen Fernbeziehung. Sie begleitet etwa einen angehenden Astronauten bei seiner Ausbildung für die nächste Mondmission oder fragt nach den nötigen technischen Vorbereitungen auf weitere Luna-Besuche und eine mögliche Besiedelung. Dazwischen beschäftigt sie sich mit den zahlreichen Mythen rund um den Erdsatelliten und sucht nach der Trennlinie zwischen Wahrheit und Ammenmärchen.



Auch bezüglich der "Apollo"-Mission 1969 werden immer wieder verschwörungswitternde Stimmen laut, die die erste bemannte Mondlandung als fingiert entlarven wollen. Doch diese Mythenbildung lässt sich leicht entkräften. Wie schnell man dennoch zwischen Verschwörungstheorie und Realität ins Schwanken geraten kann, thematisiert die Mockumentary "Kubrick, Nixon und der Mann im Mond" (Sa., 22.55) eindrucksvoll. Immerhin haben neben Stanley Kubrick auch andere Hollywood-Filmschaffende mit der Inszenierung in ihren Werken dem US-amerikanischen Raumfahrtprogramm zu Ruhm verholfen. Regisseur William Karel wirft mit seinem perfiden scheindokumentarischen Verwechselspiel die Frage auf: Was, wenn US-Präsident Nixon für den Fall, dass die Mondlandung scheitert, sicherheitshalber einen Film darüber in Auftrag gegeben hätte? Trickreich reißt er Archivaufnahmen absichtlich aus dem Zusammenhang, stellt Interviews nach oder bringt sie in völlig anderen Kontext, bis sich der Zuschauer schließlich selbst kurz beim Zweifeln ertappt.

Der kultige Science-Fiction-Stummfilm "Frau im Mond" (So., 23.50) von Genre-Legende Fritz Lang thematisiert ebenfalls eine Mission zum Mond. Die wurde allerdings tatsächlich von 1928 bis 1929 im Filmstudio Babelsberg in Potsdam-Babelsberg gedreht. In ihren Beweggründen gleicht sie überdies eher einer Schatzsuche. Mondexperte Professor Georg Manfeldt (Klaus Pohl) träumt von einer Mission zum Erdtrabanten. Denn er ist fest davon überzeugt, dass es auf dem Mond neben Wasser und Sauerstoff sogar Gold gibt. Raumfahrtingenieur Wolf Helius (Willy Fritsch), sein Kollege Hans Windegger (Gustav von Wangenheim) und dessen Verlobte, Astronomiestudentin Friede Velten (Gerda Maurus), teilen diesen Traum und arbeiten an einem entsprechenden fliegenden Untersatz. Mit zwei weiteren ungebetenen Passagieren an Board schafft es die Truppe schließlich zum Mond.





Schlagwörter

Medien, Fernsehen, Mond

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-11 15:56:23
Letzte Änderung am 2019-01-11 15:58:42


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