Menlo Park. Facebook will die Journalismusbranche mit Investitionen in Höhe von 300 Millionen Dollar (263 Millionen Euro) unterstützen. Die Gelder sollten über den Zeitraum von drei Jahren vor allem in Lokalmedien investiert werden, kündigte die für Nachrichten-Partnerschaften zuständige Managerin des Internetriesen, Campbell Brown, am Dienstag in einer Erklärung an.

"Die Menschen wollen mehr Lokalnachrichten, und lokale Nachrichtenredaktionen suchen nach mehr Unterstützung", begründete sie die Initiative. Facebook tritt mit dem Programm in die Fußstapfen von Google, das im vergangenen Jahr ebenfalls eine 300-Millionen-Dollar-Initiative, die "Google News Initiative" (GNI), zur Förderung des Journalismus lanciert hatte.

"Wir wollen Verlage unterstützen"

Der Schritt folgt auch auf Vorwürfe aus der Medienbranche, große Internetkonzerne wie Google oder Facebook setzten den Verlagen und ihren Geschäftsmodellen massiv zu. "Wir wollen die Verleger nicht von uns abhängig machen, sondern wir wollen sie unterstützen", zitierte der US-Sender CNN Brown aus einer Telefonkonferenz.

Facebook sieht sich zugleich oft der Kritik ausgesetzt, dass es Manipulationen der Nachrichteninhalte auf seinen Seiten zulasse. Der Konzern selber erklärt immer wieder, dass er sich nicht selber als journalistisches Unternehmen sehe, sondern seine Rolle darin sehe, die Produktion journalistischer Inhalte durch andere Unternehmen zu fördern. Der Konzern hat etwa bereits Projekte zum journalistischen Faktencheck rund um den Globus finanziert.

Facebook und andere Onlinenetzwerke haben in den USA bereits den traditionellen Medien den Rang als wichtigste Nachrichtenquelle für die Bürger abgelaufen. In einer Umfrage des Pew-Instituts vom vergangenen Jahr sagten 20 Prozent der befragten erwachsenen US-Bürger, dass sie sich häufig Nachrichten aus den Onlinenetzwerken holten. Dagegen nannten nur 16 Prozent die Zeitungen als häufige Nachrichtenquelle.