Wien. Gleich zwei künstlerische Auseinandersetzungen mit dem spanischen Fotografen Francisco Boix thematisieren heuer dessen Wirken im österreichischen Konzentrationslager Mauthausen: Den Anfang macht der Spielfilm "Francisco Boix - der Fotograf von Mauthausen", der seit wenigen Tagen auf Netflix zu sehen ist. Im Juni folgt eine gleich betitelte Graphic Novel bei bahoe books.

Der katalanische Fotograf (1920-1951) war einer von 7000 Spaniern, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurden. Dort gelang es ihm, im Rahmen seiner Tätigkeit für den Erkennungsdienst des Lagers, das Grauen zu fotografieren und Negative aus dem Lager zu schmuggeln. So entstanden während seiner fünfjährigen Lagerhaft über 10.000 Aufnahmen. Nach seiner Befreiung sagte Boix als einziger spanischer Zeuge bei den Nürnberger Prozessen aus, seine Fotos dienten in weiterer Folge als Beweismittel.

Für die Rolle in dem Spielfilm von Mar Targaron, der aus der Perspektive des Fotografen erzählt wird, nahm der spanische Schauspieler Mario Casas 18 Kilo ab, wie er in Interviews sagte. Die Netflix-Koproduktion ist im deutschsprachigen Raum auf Spanisch mit deutschen Untertiteln verfügbar. Die Graphic Novel "Der Fotograf von Mauthausen" von Pedro J. Colombo, Aintzane Landa und Salva Rubio mit Dossier erscheint im Juni.