Netflix, Amazon Prime, Maxdome, RTL Now, Sky dazu vielleicht noch das britische Filmontv - um nur einige zu nennen. Künftig natürlich noch der eigene Streaming-Dienst von Disney oder den Warner Brothers: Die Anzahl der kostenpflichtigen Fernseh-Dienstleister ist in den vergangenen zehn Jahren geradezu explodiert. Sicherlich, die Streaming-Dienste kosten jeder für sich lediglich ein paar Euro pro Monat aber in Summe geben fernsehmäßig gut ausgestattete Haushalte heute bereits mehr als hundert Euro für ihr Pay-Fernsehen aus. Die normale TV-Gebühr, die die GIS für das bloße Vorhandensein eines Gerätes verrechnet, ist da noch gar nicht eingerechnet.

Soeben gab Sky bekannt, dass es in Österreich ab Mitte April seine Pay-TV-Dienste auch abseits der Satelliten-Verbreitung als bloßes Streaming anbieten will. Für 19,90 Euro bekommt man bei "Sky X" weite Teile des Sky-Angebots sowie die bisher als HD-Version bereits zahlungspflichtigen Versionen der wichtigsten Free-TV-Sender (wie die RTL-Sender) im Streaming-Paket. Ein eigener Receiver, bisher bei Sky mit Sat-Empfang üblich, wird dann nicht mehr benötigt. Der Sky-Dienst "Ticket", mit dem man einzelne Programme sehen konnte, wird dann eingestellt. Der Starttermin Mitte April ist wohl kein Zufall: Am 17. April startet die finale Staffel von "Game of Thrones" weltweit gleichzeitig. In Österreich und Deutschland ist sie bei Sky zu sehen. Man darf davon ausgehen, dass es wohl kein besseres Zugpferd als "GoT" für den Pay-Sender geben kann. Die Abozahlen für diesen neuen Dienst werden den Turbo aus Westeros wohl zu spüren bekommen.

Wie viel darf Inhalt kosten?

Es ist ein nicht uninteressantes ökonomisches Experiment, das derzeit läuft. Die Frage ist, wie viel durchschnittliche, mittlerweile reichlich Serien-verwöhnte Haushalte bereit sind, für ihren TV-Medienkonsum auszugeben. Denn der Markt beginnt, sich zusehends zu fragmentieren. War man bisher mit Netflix, Amazon Prime und gelegentlich Sky Ticket rundherum ganz gut versorgt, wird man für diese Bandbreite in zwei bis drei Jahren wohl schon fünf verschiedene Dienste im Abo brauchen. Sicherlich, mit in Summe mehr Programm, aber niemand kauft sich ein Abo wegen zweit- oder drittklassiger alter Ware, die dann halt auch im Paket mit dabei ist. Man will ja das neue Programm sehen.

Der Werdegang des Pay-TV in unseren Breiten ist tatsächlich eine interessante Fallstudie. Denn der deutschsprachige Markt ist zwar groß, war aber schon seit den Achtzigerjahren eigentlich mit einem Überangebot von frei zugänglichen Fernsehsendern versorgt.