Wien. Die Fotoplattform Pinterest führt Werbeanzeigen in Österreich und mehreren weiteren europäischen Ländern, darunter Deutschland, ein. Die Anzeigenformate sind für die Werbetreibenden über eine Selbstbedienungsplattform verfügbar, mit großen Marken werde auch direkt gearbeitet, sagte Pinterest-Manager Jon Kaplan der deutschen Nachrichtenagentur dpa zum Start. Die Shopping-Anzeigen, bei denen man Produkte direkt in den Beiträgen kaufen kann, sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Bei Pinterest können Nutzer Bilder als sogenannte "Pins" gemäß ihren Interessen in Sammlungen speichern und diese mit anderen teilen. Pinterest versteht sich auch als visuelle Suchmaschine, bei der man Ideen zum Beispiel für Wohnungseinrichtung, Mode oder Urlaub finden kann. Über die "Lens"-Funktion können zu Objekten vor der Smartphone-Kamera ähnliche Bilder aus der Plattform herausgesucht werden. Pinterest läuft im Vergleich etwa mit Instagram oft nicht auf Foto-Basis, sondern auf der Basis von Grafiken.

Das gängige Werbeformat sind bezahlte Pins, die Pinterest-Nutzern angezeigt werden. Das können sowohl Fotos als auch Bildergalerien und Videos sein. Über Links an den Pins können Marken die Nutzer auf ihre Websites leiten.

250 Millionen Nutzer

Die Anzeigen hatte Pinterest zunächst in den USA eingeführt und in Europa vorerst in Frankreich verfügbar gemacht. Jetzt folgen neben Österreich und Deutschland auch Spanien und Italien. Zum Deutschland-Start wurden Pinterest-Anzeigen von großen Marken wie Ferrero, Tchibo und Rewe getestet.

Pinterest hat nach jüngsten Angaben rund 250 Millionen aktive Nutzer und ist derzeit auf den Weg an die Börse - in den USA wurde ein vertraulicher Antrag für eine Aktienplatzierung eingereicht. Am Markt wird mit einer Gesamtbewertung von 12 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro) gerechnet.

In den USA baute Pinterest diese Woche das Geschäft mit Shopping-Anzeigen aus. Marken können über ein neues System ganze Produktkataloge in Kauf-Pins umwandeln, über die man Waren erwerben kann. Damit einher gehen personalisierte Kaufempfehlungen. In diesem Geschäft wird Pinterest künftig auch Google als Konkurrenten haben: Der Internet-Riese stellte am Dienstag Shopping-Anzeigen für seine Bildersuche vor.