Wien. (bau) "Dark" machte 2017 den Anfang. Die erste zur Gänze in Deutschland produzierte Serie erwies sich als Straßenfeger. Von der Kritik angehimmelt und mit dem Grimme-Preis geehrt, gelang den Machern ein internationaler Erfolg. Man solle sich die kompliziert gestrickte Mystery-Geschichte auch dann auf Deutsch mit englischen Untertiteln ansehen, auch wenn man die Sprache nicht verstehe, rieten US-Serien-Fans auf Facebook. Das Deutsch verstärke noch die düstere Grundstimmung des Dramas, das auf verschiedenen Zeitebenen seine wohldosierte Grusel-Wirkung verbreitete.

Die zweite Staffel von "Dark" wurde bereits gedreht. Sie soll noch in diesem Jahr anlaufen. Mit "Dogs of Berlin" kann man seit Dezember die zweite deutsche Netflix-Eigenproduktion sehen. Die Geschichte entwickelt sich rund um einen Mord an einem deutsch-türkischen Fußball-Nationalspieler, der am Vortag eines wichtigen Spiels niedergestreckt wird. Der Verdacht fällt dabei auf Neonazis aus Marzahn. Oder stecken die Libanesen dahinter?

Mittlerweile hat Netflix grünes Licht für acht weitere Serien aus deutscher Produktion gegeben, die 2019 und 2020 bei Netflix anlaufen sollen. "Die Welle" ist inspiriert von einem Experiment, das weltweit für Aufruhr sorgte. Der Remake-Film von 2008 porträtierte eine Gruppe rebellischer Teenager, die sich zu einer Gemeinschaft zusammenrotten, die sich für besser hält als ihre Mitschüler. Schnell entsteht eine faschistische Eigendynamik und das Experiment gerät außer Kontrolle. "Die Welle" wird für Netflix von den Machern des gleichnamigen, preisgekrönten Films aus dem Jahr 2008 produziert. Mit Peter Thorwarth setzt Christian Becker die Serie als ausführender Produzent der Rat Pack Film ("Jim Knopf", "Fack Ju Göhte") um.

Als krasses Gegenteil davon präsentiert sich "Unorthodox" nach dem Bestseller der aus New York stammenden und heute in Berlin lebenden Schriftstellerin Deborah Feldman. Die Serie erzählt die Geschichte einer jungen ultraorthodoxen Jüdin, die einer arrangierten Ehe in New York entflieht und sich auf die Suche nach sich selbst macht. Für das Serienkonzept ist Anna Winger ("Deutschland 83", "Deutschland 86") verantwortlich.

Bio-Hack und Gangster-Rap

In der deutschen Thrillerserie "Biohackers" entdeckt die Medizinstudentin Mia, dass auf ihrer Universität hochentwickelte Biohacking-Technologie genutzt wird, die bald in falsche Hände gelangt. Drehbuch und Regie übernimmt Christian Ditter ("Türkisch für Anfänger"). Weiters wird an einer Thriller-Serie namens "Bloodride" gearbeitet. Das norwegische Drehbuch stammt von Kjetil Indregard, der zusammen mit Atle Knudsen und Geir Henning Hopland auch Regie führt. "Bloodride" ist eine nicht immer ganz ernst gemeinte Horror-Anthologie. Jede Story spielt in einem eigenen realistischen, aber gleichzeitig bizarren Universum. Die Serie umfasst sechs eigenständige Geschichten voller Horror, erzählt mit einer gesunden Portion Schadenfreude und Überschwänglichkeit.