Pænda schafft es auch mit zartem Flüstergesang, der (jede Wette!) in den nächsten Wochen noch sehr oft als "zerbrechlich" bezeichnet wird, aus den 80er Jahren bekanntem Hintergrundhall und vorsichtig gesetzten elektronischen Klangtupfern, eine gute Dosis dessen herauszuholen, worum es beim Song Contest eigentlich geht. Es geht um die große Geste, das noch größere Pathos - und das meiste Gefühl.


Indessen entwickelt sich die Veranstaltung für den austragenden Israelischen Rundfunk KAN immer mehr zum Desaster. Vor wenigen Tagen musste kurz nach dem Verkaufsstart der Ticketverkauf wieder eingestellt werden. Der Grund: massive Unregelmäßigkeiten bei der ersten Verkaufsrunde. Kontrolleure hätten "Versuche von mehreren Parteien entdeckt, in den Verkaufsprozess einzugreifen", teilte der für die Übertragung zuständige Fernsehsender mit. Ticketkontingente, die eigentlich für normale Zuschauer bestimmt waren, wurden demnach offenbar an Medienmanager und Funktionäre verkauft. Konzertierte Massenkäufe zum Zweck des Wiederverkaufs standen zudem offenbar an der Tagesordnung. Am Schwarzmarkt werden Tickets bereits zum 2,5-fachen Preis gehandelt. Mittlerweile ermittelt auch die Polizei in der Sache.

Tickets für die Shows im Mai konnten bisher über den israelischen Anbieter Leaan erworben werden. Die erste Runde Tickets für das Finale war naturgemäß innerhalb von Minuten ausverkauft, teilte KAN mit. Weitere Tranchen werden nun zurückgehalten, bis man die illegalen Machenschaften unterbunden hat. Die Preise für das Finale am 18. Mai liegen zwischen 280 und 490 Euro. Tickets für die Proben für die Halbfinal-Shows gibt es nach massiven Protesten gegen die Preise und einem Einlenken des Senders nun ab umgerechnet rund 73 Euro.

Ukraine zog die Reißleine

Unterdessen sprang die Ukraine als Teilnehmer wieder ab. Grund ist ein Skandal um Sängerin Maruv, die mit einer frivolen Nummer samt erotischer Zofen auftreten hätte sollen. Die Sängerin verdient auch in Russland mit Konzerten Geld. Die Ukraine steht mit Russland seit Jahren im bewaffneten Konflikt, ein "Singen beim Feind" ist dem ukrainischen Rundfunk daher zu heiß.

Der französische Kandidat Bilal Hassani ist indessen Opfer rassistischer und homophober Angriffe geworden. "Es stört viele, dass meine Eltern in Marokko geboren wurden und dass ich schwul bin", sagte der 19-Jährige der "Le Parisien". Drohungen und Beleidigungen stehen seit seiner Nominierung an der Tagesordnung. Dennoch will er bis zum Bewerb durchhalten.