Einzig eine Figur steht quasi unter Welpenschutz: Neds Tochter Arya Stark (Maisie Williams), die sich vom Nesthäkchen zur Serienkillerin hocharbeitet, hat aus pragmatischen Gründen Chancen, das Endspiel zu überleben: Martins Ehefrau hat ihm dem Vernehmen nach die Scheidung angedroht, sollte er Arya etwas antun.

Und so reduziert sich die Anzahl der Anwärter auf den Eisernen Thron im Laufe der Staffeln immer mehr. Durch die engen Verflechtungen hat anfangs so gut wie jede Familie jemanden, der eigentlich zu Recht Herrscher über die sieben Königreiche werden könnte. Mehrere Schlachten später sind es vor der achten Staffel nur mehr eine Handvoll Anwärter: Da wäre einmal Jon Snow (Kit Harington), angeblich ein Bastard von Ned Stark, der sich jedoch als Sohn des Targaryan-Herrschers mit Neds Schwester entpuppt. Er vereint also das Blut des Drachen, dem Symbol der Targaryans, und des Eises (für den Norden) in einer Person, was ihn zu einem aufgelegten Tipp macht. Das weiß er aber noch nicht, weshalb er in der siebenten Staffel in eine Liebesbeziehung mit seiner gleichaltrigen Tante Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) gerät - und ja, das finden die Fans toll.

Die durch das Feuer geht

Daenerys ist der letzte lebende Nachfahre des Targaryan-Clans und hat daher einen soliden Anspruch auf den Thron. Sie hat zudem drei Drachen großgezogen, die Sklaven des Kontinents Essos befreit (inklusive Bonuspunkte für den Tod des unmenschlichen Sklaventreibers durch Drachenfeuer), kann unbeschadet durch Feuer gehen (fragen Sie nicht warum!) und hat eine große Fangemeinde.

Angst vor weißen Zombies

Von den Stark-Kindern sind neben Arya noch Sansa und ihr Bruder Bran wichtig. Während sich Sansa (Sophie Turner) vor allem im heroischen Erdulden von ihr aus politischen Gründen aufgezwungenen Ehemännern auszeichnet, könnte Bran (Isaac Hempstead-Wright) sich noch als Schlüssel zum Endspiel erweisen. Er ist mit der Gabe des Hellsehens ausgestattet, kann den Körper von Tieren wie Vögeln "übernehmen" und durch deren Augen sehen und spielt möglicherweise noch eine bedeutende Rolle.

Er steht mit dem ultimativen Bösen in unklarer Verbindung, dem "Night King", der als Anführer einer furchterregenden Zombie-Armee nach Süden marschiert und dort alles Leben auslöschen will. Das ist freilich nicht besonders nett vom ihm. Woher dieser Grant kommt, ist auch noch nicht gänzlich klar. Es gehört zum großen Geheimnis, das in der achten Staffel wohl enthüllt werden wird.

Die Zombies, "White Walkers" genannt, sind sozusagen die Mystery-Klammer, die "Game of Thrones" zusammenhält. Sie kommen gleich in der Anfangsszene mit einem blutigen Massaker vor und der Endkampf wird sich wohl weniger zwischen den Menschen als zwischen den Menschen und den Walkern abspielen. Sie sind die große Bedrohung, die den zerstrittenen Königslanden droht, die nach einem viele Jahre andauernden Sommer vor einem ebenso wohl etliche Jahre dauernden und mit allerlei übersinnlichen Gefahren ausgestatteten Winter stehen. "Winter is coming" - das Motto der Starks - ist der erzählerische Überbau der Geschichte. Und in Staffel 8 kommt er nicht, er ist da.

Das herrschende Geschlecht der Lennisters ist sozusagen der menschliche Antagonist. Sie bringen erst mit Geoffrey dann mit Cersei und deren Übervater Tywin drei Herrscher hervor, die über mehr Leichen gehen als bei den Kollegen in den "Tudors". Und dort herrscht immerhin Heinrich VIII. Manchmal sind es bei den Lennisters Verwandte, die über die Klinge springen müssen. Und manchmal muss eben der eigene Bruder als Samenspender ran, wenn der eigentliche Gemahl zu sehr mit seinen Bettgenossinnen beschäftigt ist.

Dass die Serienmacher schneller waren als der Autor Martin, der mit den Büchern dem TV hinterherhinkt, führt zur kuriosen Situation, dass etliche Figuren in den Büchern noch leben, während sie im Fernsehen längst tot sind. Solange am Ende aber derselbe am Thron sitzen wird, ist das für den Fan wohl verzeihlich.