Mancher Ruhm flackert nur kurz auf, anderer strahlt etwas länger, und wieder anderer trotzt dem Vergessen hartnäckig jahrzehntelang. Peter Kraus ist einer jener Entertainer, die es geschafft haben, nachhaltig und dauerhaft mit der deutschsprachigen Musik- und Filmlandschaft zu verwachsen. Als "deutscher Elvis" gefeiert, avancierte er bereits in Jugendjahren zum Rock’n’Roll-Shootingstar. Doch war die Musikkarriere allein noch längst nicht das Ende vom Lied: Als Schauspieler wirkte er in zahlreichen deutschen Filmklassikern mit, und auch als Showmaster, Plattenproduzent oder Drehbuchautor blieb er aktiv. Man kam also bisweilen nicht um Peter Kraus herum, wenn man Fernseher oder Radio einschaltete. So auch nicht an diesem Wochenende: ORFIII widmet dem Tausendsassa der Unterhaltungskunst anlässlich seines 80. Geburtstags am 18. März einen umfangreichen Schwerpunkt mit Dokumentationen, Konzertmitschnitten und jeder Menge Filmklassikern.

Für eine Hommage dieser Art könnte der Filmtitel "Alle lieben Peter" (Sa., 14.50) wohl kaum passender sein. In der musikalischen Komödie aus dem Jahr 1959 spielt Kraus den Studenten Peter Erdmann, mit dem er nicht nur den gemeinsamen Vornamen teilt. Auch der fiktive Peter ist Musiker und muss nebenher sogar seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Denn seine verwitwete Mutter Sylvia (Hannelore Schroth) will ihrem neuen Verehrer Bernd Werding (Boy Gobert) unter allen Umständen vorenthalten, dass sie eigentlich zehn Jahre älter ist, als er denkt. Ihr erwachsener Sohn, der noch bei ihr wohnt, könnte diesbezüglich einiges Misstrauen wecken. Also muss Peter so tun, als wäre er ein 14-jähriger Teenager. Parallel zu seiner Rolle als Halbstarker jobbt er in der Firma von Generaldirektor Steiner (Gustav Knuth), der großen Gefallen an Peters Rockband gefunden hat und sie für eine Feier bei sich zuhause engagiert. Doch die unglückseligen Verstrickungen verheddern sich, als Peters Mutter plötzlich mit ihrem Geliebten auf der Party erscheint.

Mit einem anderen großen Entertainer des deutschsprachigen Raums teilt Peter Kraus ebenfalls mehr als bloß den Vornamen und die Profession: Während Peter Alexander 1960 den Leopold Brandmeyer in der Operettenverfilmung "Im weißen Rössl" gab, spielte Kraus nur ein Jahr später den Gustl Zwanzger im Schlagerfilm "Im schwarzen Rössl" (So., 13.40). Und die Anspielung bleibt nicht ungenützt: Tänzerin Eva Lantz (Karin Dor) erbt das Palast-Hotel am Wolfgangsee, das allerdings hochverschuldet und ausgesprochen heruntergekommen ist. Als Eva gemeinsam mit ihrer Freundin Maxie Sperling (Trude Herr) nach St. Wolfgang reist, lernen die beiden im Zug Gustl und seine Band kennen, die wiederum im mondänen "Weißen Rössl" einquartiert sind. Im Salzkammergut angekommen, schaffen es Eva und ein paar neue Freunde durch eine List, wieder etwas Flair und Schwung in ihr renovierungsbedürftiges Hotel zu bringen und eröffnen es als "Schwarzes Rössl" neu. Sogar einige Gäste können sie dem erfolgreichen "Weißen Rössl" abluchsen. Indes buhlen sowohl Gustl als auch Dr. Martin Behrend (Hans von Borsody) um Evas Gunst und stehen daher mit Rat und Tat zur Seite. Es scheint aufwärts zu gehen, bis Eva herausfindet, dass Dr. Behrend der Neffe der "Weißen Rössl"-Wirtin ist.

Das neue ORFIII-Porträt "Peter Kraus - 80 Jahre immer in Bewegung" (Sa., 21.10) nimmt neben Ausschnitten aus Kraus’ unzähligen Filmen, Auftritten und Fernsehshows auch eine intimere Perspektive ein. Etwa zeigen eigens gedrehte Szenen Peter Kraus in seinen Heimatorten; Freunde und Wegbegleiter wie Otto Waalkes, Jörg Pilawa oder Udo Lindenberg rücken mit unbekannten Geschichten heraus. Und natürlich kommen auch die zahlreichen Hits des Entertainers mit dem langen Atem nicht zu kurz.

Eins ist klar: Zur Ruhe setzt sich ein Peter Kraus auch mit 80 nicht. Zwar sollte seine Tournee "Das Beste kommt zum Schluss" eigentlich seine letzte sein. Doch war sie offenbar noch nicht "das Beste" - zumindest war sie noch nicht der Schluss. Denn im Vorjahr startete Kraus erneut eine große Jubiläumstournee, mit der er im März unter anderem auch in der Wiener Stadthalle (Sa., 22.10) Halt machte. Gelenkig und fidel wie eh und je klopfte er der wilden Rock’n’Roll-Ära den Staub aus den Falten. Einmal noch. Und immer wieder.