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München. Er werkte im Beirat der New Yorker Met und moderierte als Theater-Liebhaber von den Salzburger Festspielen. Nun will Thomas Gottschalk auch offiziell unter die Kulturarbeiter: Am 19. März (22 Uhr) startet im Bayerischen Fernsehen seine neue Show "Gottschalk liest". Nach diversen Samstagabend-Shows versucht sich Deutschlands wohl immer noch bekanntester Moderator an einer Literatursendung. "Durch die Gesamtverblödung meiner Umgebung bin ich plötzlich in die intellektuelle Ecke gedrängt worden", so Gottschalk bei der Präsentation.

Er betonte, dass er nicht in die Fußstapfen seines bewunderten Freundes Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) treten und kein zweites "Literarisches Quartett" auf den Bildschirm bringen wolle. "Ich bin auf keinen Fall auf dem Weg zum Literaturpapst. Ich bin und bleibe Literaturkaplan."

Seine Aufgabe sei es, "eine Brücke zu schaffen zwischen den Schlauen und den Blöden", sagte der ehemalige "Wetten, dass . . ?"-
Moderator, dessen neues Format mit seinem berühmtesten nur das Fragezeichen gemein hat. Die Sendung sei auch eine Art Gegenformat zu sozialen Medien nach dem Motto: "Proust statt Posts".

Es sei das erste Mal, dass er sich auf eine Sendung wirklich vorbereiten musste, sagte er. Radio, Fernsehen, das habe er alles aus dem Ärmel geschüttelt. Bei Literatur sei das nun anders. In seiner neuen Sendung soll das Fragezeichen ein Zeichen der Demut sein. Er hoffe, mit seiner neuen Sendung Menschen wieder mehr für Literatur zu begeistern. "Es ist schlimm genug, dass mir das Fernsehen weggestorben ist. Jetzt darf nicht auch noch das Lesen wegsterben."

Zu seiner Premiere erwartet Gottschalk vier Autoren, die ihre neuen Bücher vorstellen: Sarah Kuttner ("Kurt"), Ferdinand von Schirach ("Kaffee und Zigaretten"), Vea Kaiser ("Rückwärtswalzer") und Daniel Biskup ("Wendejahre").