Bujumbura. Nach regierungskritischen Berichten über Burundi hat die dortige Regierung dem britischen Sender BBC die Radiolizenz für das afrikanische Land entzogen. Damit sei es auch für alle Journalisten - einheimische und ausländische - verboten, dem Radiosender direkt oder indirekt Informationen zukommen zu lassen. Das erklärte der Nationale Medienrat am Freitag.

Der Grund für die Entscheidung sind demnach BBC-Berichte vom Dezember, in denen dem Geheimdienst vorgeworfen wurde, geheime Folter- und Haftanstalten zu betreiben. Die Berichte hätten gegen burundisches Recht verstoßen, hieß es weiter.

Menschenrechtler werfen der Regierung von Präsident Pierre Nkurunziza vor, Kritiker einzuschüchtern oder mundtot zu machen. Burundi ordnete Ende vergangenen Jahres auch die Schließung des örtlichen UNO-Menschenrechtsbüros an. Dem US-Auslandsradiosender Voice of America (VOA) wurde bereits 2018 die Lizenz entzogen.

Burundi befindet sich seit 2015 in einer schwelenden politischen Krise, nachdem Nkurunziza sich trotz einer gesetzlichen Begrenzung auf zwei Amtszeiten um ein weiteres Mandat bewarb. Die Opposition boykottierte die Abstimmung, Nkurunziza gewann haushoch. Doch im Land kam es zu zahlreichen Gewalttaten und einer Massenflucht. Während seiner gegenwärtigen dritten Amtszeit stimmte das Parlament für die Aufhebung der Mandatsbeschränkung für Präsidenten. (apa, dpa)