"Wenn jetzt der Dicke da wäre, würde er euch erstmal die Eierköpfe gradedreschen!", sagt Terence Hill in "Django und die Bande der Gehenkten" über seinen Filmpartner Bud Spencer alias Carlo Pedersoli. Wäre der Dicke noch da, würde er seinem langjährigen Faustkumpanen aber vor allem erst einmal herzlich zum Geburtstag gratulieren. Denn am Freitag feierte der Kult-Schauspieler mit den wohl stechendsten blauen Augen der Filmgeschichte seinen Achtziger. Terence Hill ist allerdings noch keine 80, legten sich Mario Girotti und Carlo Pedersoli doch erst 1967 für den Film "Gott vergibt... Django nie!" die Künstlernamen zu, die die Fernsehnachmittage von Generationen nachhaltig geprägt haben.

Die vier ikonischen Fäuste schlagen allerdings nicht immer im gleichen Takt. In einigen ihrer gemeinsamen Filme sind Bud Spencer und Terence Hill zu Beginn Rivalen oder einander zumindest herzlich unsympathisch. Erst die widrigen äußeren Umstände zwingen sie schließlich doch zu einer vorübergehenden Zweckgemeinschaft, gezeichnet vor allem durch eins: erstaunlich gut harmonierende Schlagfertigkeit mit Mund und Faust. Die Rollen sind dabei recht klar verteilt. Bud Spencer gibt den brummenden, miesepetrigen Kraftmeier, während Terence Hill für die großgoscherte Attitüde und flinke Wendigkeit zuständig ist. Eine Mischung, die sich offensichtlich zum Erfolgsrezept für gewiefte Kampfchoreographien entpuppt hat, die keine bombastischen Specialeffects brauchen, um in ihren Bann zu ziehen; nur ein paar überzeichnete Schnalz- und Schlaggeräusche.

In "Zwei wie Pech und Schwefel" (Sa., 20.15, Puls4) konkurrieren Bud Spencer und Terence Hill etwa als Erzrivalen Ben und Kid in einem Autorennen, nur um dann haargenau gleichzeitig über die Ziellinie zu brettern. Wer nun den erkämpften Buggy als Hauptpreis mit nach Hause nehmen darf, wollen die beiden bei einem Würstelwettessen in einem Freizeitpark entscheiden. Doch währenddessen verwüsten die Handlanger eines Gangsterbosses das Areal. Leider unterläuft dem Schlägerkommando dabei der Fehler, den Gewinnerbuggy, um den Ben und Kid inzwischen noch ungerührt wettwürsteln, zu demolieren. Und schon fliegen die Fäuste.

Eine Trophäe ist es auch, die den hoch verschuldeten Alan Lloyd (Terence Hill) und den Skipper Charlie O’Brien (Bud Spencer) in "Zwei Asse trumpfen auf" (So., 15.55, Puls4) zusammenschweißt. Alan schleicht sich zunächst als blinder Passagier auf Charlies Schiff. Als dieser ihn erwischt, zwingt er den ungebetenen Leichtmatrosen zur Arbeit an Board. Bei dieser Gelegenheit manipuliert Alan den Kurs, um auf einer entlegenen Insel nach einem Schatz zu suchen. Doch dort angekommen, müssen die beiden den Eingeborenenstamm der Königin Mama (Louise Bennett) erst einmal gegen räuberische Piraten verteidigen und einen durchgedrehten japanischen Soldaten von seinem Posten holen.

Lose Sprüche und flinke Fäuste an der Seite Bud Spencers sind es aber längst nicht allein, die Girottis Karriere prägen. Zu Weltruhm verhalf ihm seine Titelrolle Nobody im Italowestern "Mein Name ist Nobody" - ohne Bud Spencer, dafür an der Seite von Henry Fonda. Und auch schon, bevor aus Mario Girotti Terence Hill wurde, wirkte er in Kult-Streifen mit: 1964 wurde er als Lieutenant Robert Merril für "Winnetou II" engagiert, danach folgten noch drei weitere Karl-May-Verfilmungen. Der vorübergehende Wechsel vom italienischen Film zum deutschen lag nicht nur deshalb auf der Hand, weil Girotti des tragischen Beaus allmählich überdrüssig wurde, den er in seinen frühen italienischen Filmen geben sollte. Als Sohn eines Italieners und einer Deutschen wurde Girotti zwar in Venedig geboren, wuchs aber überwiegend im sächsischen Lommatzsch auf und spricht daher fließend deutsch.

All das und noch viel mehr bereitet "Die Terence Hill Story" (So., 23.55, KabelEins) auf, inklusive Filmausschnitten und Wortspenden von Wegbegleitern sowie Girotti selbst. Und verheißungsvoll richtet sich der Blick gen Zukunft: Zwar ist Terence Hill längst von der großen Leinwand gehüpft und wurde zum ermittelnden Fernsehpfarrer "Don Matteo". Doch zieht es ihn auch mit 80 zurück zum großen Kino. Filmproduzent Matthias Wendlandt lässt in der Doku anklingen, dass es bereits zwei Ideen für ein cineastisches Comeback gäbe. Damit würde Girotti nicht nur sich selbst ein Geburtstagsgeschenk machen, sondern auch seiner hoffnungsvollen Fangemeinde.