Berlin. Der Präsident des deutschen Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, sieht die Verantwortung für eine wachsende Angst vor Kriminalität auch bei den Medien. "Intensive Berichterstattung über Verbrechen, Einzeltaten, über die spektakulär berichtet wird, verzerren die Wahrnehmung von Kriminalität und tragen dazu bei, die Furcht, selbst Opfer eines Verbrechens zu werden, zu steigern", sagte er.

"Unsere aktuellen Zahlen aus der Opferbefragung zeigen, dass es unter Frauen eine wachsende Furcht vor sexuellen Übergriffen gibt", sagte Münch weiter in der Wochenzeitung "Die Zeit". "Ich glaube, dass das auch mit der intensiven Berichterstattung in den Medien über herausragende Einzelfälle zu tun hat. Das prägt die eigene Wahrnehmung - während die tatsächlichen Fallzahlen sinken." Das Sicherheitsgefühl leide aber auch unter Angst vor Arbeitslosigkeit und generell gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Verunsicherung.

Die Fakten und die öffentliche Darstellung

Münch sagte auch, die Medien erwähnten bei Tätern von Gewaltverbrechen deutlich häufiger eine ausländische Herkunft als bei Opfern. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das vergangene Jahr hatten 30,5 Prozent aller Tatverdächtigen in Deutschland keinen deutschen Pass. 8,6 Prozent der Tatverdächtigen fielen in die Gruppe der Zuwanderer, etwa Asylwerber.

Der Anteil von Mehrfach- und Intensivtätern ist demnach unter den Zuwanderern mit 33 Prozent überdurchschnittlich hoch. Dies sei auf eine Häufung von Tätern aus bestimmten Herkunftsländern zurückzuführen, etwa aus den Maghreb-Staaten, Libyen und Georgien sowie einigen afrikanischen Staaten, sagte Münch. "Diesen gilt es unmissverständlich klarzumachen, dass sie sich an Regeln halten müssen, weil sonst die Aufenthaltsbeendigung droht."(apa/dpa)