"Am dritten Tage auferstanden von den Toten", heißt es im christlichen Glaubensbekenntnis. Die Auferstehung Jesu Christi stellt die Grundlage des christlichen Glaubens dar, die Osterfeierlichkeiten den Höhepunkt des Kirchenjahrs. Im Vordergrund steht nicht der Tod als endgültiges Ende, sondern der Topos seiner Überwindung als existenzielles Heilsversprechen. Das Auferstehen der Toten ist in der christlichen Theologie also stark positiv besetzt, wenn nicht sogar das Positive schlechthin; das Jenseits als Sehnsuchtsort.

In der Popkultur des Diesseits sieht das etwas anders aus. Hier sind die Wiedererweckungsfantasien so vielfältig wie oft verstörend. Vampire, Zombies, Kuscheltiere - wenn jemand im Film schlagartig zu neuem Leben erwacht, ist das für die übrigen Protagonisten meist der Anfang vom Ende. Während die Überwindung des Todes auf religiöser Ebene die Herzen mit Hoffnung füllen soll, verursacht sie auf Entertainment-Etage ein flaues Gefühl in der Magengrube. Dieses Gegenbild belegt das Fernsehprogramm des Osterwochenendes.

Absolute Spitzenreiter der zweifelhaften Sieger über die Vergänglichkeit sind seit einigen Jahren die Vampire. Zwar erfuhren sie durch Filme wie die "Twilight"-Reihe eine Imagepolitur, die sie als vegetarische Übermenschen in ein völlig neues Licht stellte - in dem sie noch dazu glitzern wie Discokugeln. Traditionell kommt den Blutsaugern allerdings eher die Rolle der nimmersatten Bedrohung für die Menschheit zu, wie etwa auch in "Blade II" (Sa., 23.10 Uhr, Puls4). Diesmal muss der Halb-Mensch-Halb-Vampir Blade (Wesley Snipes) nicht mehr gegen seine eigenen bissfreudigen Verwandten kämpfen, sondern gegen eine Armee von Vampiren, die von anderen Vampiren erneut gebissen wurden und damit zu "Reapers" mutierten. Doch als klar wird, dass der erste Reaper Nomak (Luke Goss) von den Original-Vampiren selbst mit dem neuartigen Virus infiziert wurde, gerät die Situation außer Kontrolle und Blade sieht sich mit alten und neuen Feinden konfrontiert.

Ebenfalls wenig heilsversprechend ist das Wiedererwachen der titelgebenden Figur in "Die Mumie" (1999) (So., 16.05 Uhr, ATV). Dabei wollten der Archäologe Jonathan (John Hannah) und seine Schwester Evelyn Carnahan (Rachel Weisz) eigentlich bloß nach der verschollenen Stadt Hamunaptra suchen. Als Führer heuern sie den Amerikaner und ehemaligen Fremdenlegionär Rick O’Connell (Brendan Fraser) an, der einige Jahre zuvor in der geheimnisvollen Stadt gekämpft hat. Nach einigen Hürden endlich in Hamunaptra angekommen, liest Evelyn laut aus dem "Schwarzen Buch der Toten" vor und erweckt damit unabsichtlich die Mumie des altägyptischen Hohepriesters Imhotep zum Leben. Und auch der hat eine Agenda: Er will sein Wiedererweckungsritual, mit dem er vor 3000 Jahren seine verstorbene Geliebte zurückholen wollte, zu Ende bringen.

In "Nachts im Museum" (Sa., 23 Uhr, Sat.1) regen nach Sonnenuntergang nicht Verstorbene oder der Biologie übernatürlich Strotzende ihre Glieder, dafür aber allerhand Exponate aus fernerer und näherer Vergangenheit. Vom Tyrannosaurus Rex über Jebediah (Owen Wilson) bis zu Theodore Roosevelt (Robin Williams) kreucht und fleucht alles munter durch die Museumsräume. Ein denkbar nervenaufreibender Einstand für den neuen Nachtwächter Larry Daley (Ben Stiller), der alle Mühe hat, die umtriebigen Museumsbewohner in Schach zu halten. Die wahre Bedrohung geht hier allerdings trotz einiger aufmüpfiger Charaktere nicht von den lebendig gewordenen Schaufensterpuppen der Vergangenheit aus, sondern von den regulär Lebendigen: Drei entlassene Nachtwächter wollen sich an ihrer ehemaligen Arbeitsstätte rächen und das Museum bestehlen. In diesem Fall ist es gerade die auferweckte Vergangenheit, die Daley dabei hilft, den Übeltätern das Handwerk zu legen.

Ob lebendig werden oder niemals wirklich sterben - das Thema der Überwindung der Vergänglichkeit schlägt sich in der filmischen Popkultur jedenfalls in unterschiedlichen Nuancen nieder. Mit dem christlichen Glauben an Auferstehung und Jenseits hat das freilich kaum etwas gemein. Außer vielleicht die Frage, die augenscheinlich auf verschiedenen kulturellen Ebenen umtreibt: Ist das Ende wirklich endgültig?