Wien. Wiens FPÖ hat am Freitag die Rücktrittsforderung der NEOS an die nicht amtsführende FP-Stadträtin Ursula Stenzel zurückgewiesen. "Wir sehen unsere politische Mission nicht darin, Wünsche von Kleinstparteien zu erfüllen", sagte Landesparteisekretär Michael Stumpf in einer Stellungnahme. Stenzel hatte befunden, ORF-Moderator Armin Wolf könne in einem "Volksgerichtshof" auftreten.

Unterdessen verlangte auch die SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, den umgehenden Rückzug Stenzels. "Eine ehemalige Journalistin, ÖVP-Europapolitikerin und von Steuergeldern finanzierte Stadträtin verhöhnt die Opfer des NS-Regimes und greift einen Journalisten in unglaublicher Art und Weise an", kritisierte sie in einer Aussendung. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) müsse Konsequenzen von seinem Koalitionspartner einfordern, befand Schatz.

Stenzel hatte auf oe24.at Wolf "Verhörmethoden" wie vor einem "Volksgerichtshof" vorgeworfen. Der Volksgericht war ein Berliner Tribunal, mit dem die Nationalsozialisten "Landesverräter" verfolgten. In der NS-Zeit wurde es zu einem ordentlichen Gericht. (apa/red)