"Wir haben keinen Plan B. Denn wir haben keinen Planeten B", sagte der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon bei der internationalen Konferenz "Wachstum im Wandel" im Jahr 2018 in Wien. Ein Slogan, der sich durch Reden, Banner und letztlich sogar durch T-Shirts einer Kaufhauskette zieht. Dennoch macht die Menschheit Jahr für Jahr Ökoschulden: Jährlich kommt der Welterschöpfungstag als jener Tag, ab dem die Menschheit über ihre Ressourcen lebt, früher.

Dass wir den einen Planeten, der uns zur Verfügung steht, zugrunde richten, treibt jeden Freitag Klimademonstranten weltweit auf die Straßen. Was aktuell noch dringlicher Warnruf ist, kalkuliert manche Science und Fiction längst ein. Denn während Politik und Zivilgesellschaft um eine Richtungsänderung buhlen, spielen Sci-Fi-Filme und Wissenschaft längst mit dem Gedanken, vielleicht doch einen "Planeten B" zu finden, auf den die Menschheit im Ernstfall ausweichen kann.

Das mag zwar nach purer Science Fiction klingen, ist aber für manche tatsächlich reale Ambition. Seit geraumer Zeit treibt den Tesla-Chef Elon Musk die Kolonisation des Mars um. Sein Unternehmen SpaceX arbeitet bereits an konkreten Plänen: 2022 sollen erste Materialien zum Aufbau einer Infrastruktur auf den Mars transportiert werden, 2024 soll ein bemannter Flug folgen. Was zwar im Großen und Ganzen wie weitentfernte Zukunftsmusik klingt, könnte aber zumindest für die Forschung bald Realität werden. Die Dokumentation "Spacetime: Aufbruch zum Mars - Ein Planet wird erobert" (So., 18.05 Uhr, N24) zeigt, wie die Nasa sich auf einen ersten bemannten Marsflug vorbereitet. Der deutsche Physiker und ehemalige Astronaut Ulrich Walter erklärt, wie die Raumfahrer für die Mission zum Roten Planeten trainieren und welche Bedingungen ein Raumschiff für einen derartigen Flug erfüllen muss.

In dem Science-Fiction-Film "Passengers" (So., 20.15 Uhr, ORF1) ist die "multiplanetare" Besiedelung im Sinne von Elon Musk längst eingetreten. Auf dem Luxus-Raumschiff "Avalon" befinden sich 5000 Passagiere im Tiefschlaf auf einer 120-jährigen Reise zu einem Planeten, den sie neu besiedeln sollen. Doch das Schiff wird beim Durchqueren eines Asteroidenfeldes beschädigt. Die Folgen: Es setzt seinen Flug zwar beharrlich fort, doch einzig der Mechaniker Jim Preston (Chris Pratt) erwacht 90 Jahre zu früh aus seiner Schlafkapsel. Nach einigen fruchtlosen Versuchen, seinen Hightech-Kokon wieder in Gang zu bringen, muss er sich schließlich mit der Tatsache abfinden, mutterseelenalleine sein Dasein zu fristen.

Wer ist jetzt das Alien?

Ein Zustand, der nach einem Jahr so unerträglich wird, dass er schließlich die Journalistin Aurora Lane (Jennifer Lawrence) aus dem Tiefschlaf holt. Es kommt, wie es kommen muss - die beiden werden ein Paar, bis Aurora nach einiger Zeit erfährt, dass Jim sie aus bloßem Eigennutz aufgeweckt hat. Parallel zu dem persönlichen Drama treten nun immer häufiger Systemausfälle auf.

Mit unverhoffter Hilfe schaffen es die beiden Verflossenen nach einigen Hürden allerdings, das Schiff und sogar Auroras Schlafkapsel zu reparieren. Doch sie entscheidet sich dann doch gegen den neuerlichen Tiefschlaf und für ein Leben in unausweichlicher Zweisamkeit.

Während die Erde in "Passengers" noch intakt ist, wurde sie in "Oblivion" (So., 22.05, ORF1) durch einen Krieg mit Außerirdischen im Jahr 2077 fast vollkommen verwüstet. Überlebende flüchteten auf den Saturnmond Titan und auf die Raumstation Tet in der Erdumlaufbahn. Jack Harper (Tom Cruise) und Victoria Olsen (Andrea Riseborough) sind auf dem Heimatplaneten geblieben, um ihre Mitmenschen mit den restlichen Ressourcen zu versorgen, bis sie in zwei Wochen selbst auf den Saturnmond nachkommen können.

Angeblich. Denn als eine ominöse Fremde auf der Erde abstürzt, wird schnell klar, dass nichts ist, wie es scheint: Julia (Olga Kurylenko) entpuppt sich als Jacks Ehefrau, mit der er ursprünglich zum Saturnmond hätte fliegen sollen, als sie der Befehl erreichte, stattdessen das Raumschiff Tet zu erforschen. Doch die Menschen auf Tet sind eigentlich Außerirdische, die Außerirdischen auf der Erde eigentlich widerständige Menschen, und der Saturnmond Titan ist sowieso längst zerstört. Es gibt also doch nur einen Planeten für die Menschheit, um den Jack, Viktoria und ihre Gleichgesinnten bis zum Äußersten kämpfen.