Wien. Facebook und Google werden im EU-Wahlkampf erstmals auch für Österreich veröffentlichen, wie viel Geld die politischen Parteien in Onlinewerbung stecken. Für Google und seine Videoplattform YouTube liegen erste Zahlen bereits vor. Facebook will ab Mitte Mai einen Werbebericht für alle EU-Länder vorlegen, wie eine Sprecherin ankündigte.

Politische Online- und Socialmedia-Kampagnen haben zuletzt an Bedeutung gewonnen - siehe etwa Alexander Van der Bellens "Gertrude"-Video für die Präsidentenwahl oder "Die Hubers" der FPÖ im Nationalratswahlkampf. Mit wie viel Geld die Spots beworben werden, bleibt aber meist unklar. Denn während für klassische Plakate und Inserate Schätzungen von Marktbeobachtern vorliegen, haben große Plattformen wie Google und Facebook bisher keine Informationen veröffentlicht. Zumindest für den laufenden EU-Wahlkampf hat Google nun erste Zahlen vorgelegt. Demnach haben österreichische Parteien seit 20.März 37.050 Euro Euro in Werbung investiert, wobei fast die gesamte Summe auf die FPÖ entfällt (33.200 Euro) und ein kleinerer Teil auf die SPÖ (2600 Euro). Die FPÖ liegt damit übrigens an fünfter Stelle im EU-Ranking, die SPÖ auf Platz 25. An der Spitze liegen spanische und finnische Parteien, die auch nationale Wahlen zu schlagen hatten.

Bei der FPÖ sind die Werbeausgaben rund um die Kampagnenpräsentation am 23. Mai massiv nach oben geschnellt. Allein in dieser einen Woche hat die Partei 23.300 Euro ausgegeben und damit vor allem ihr Motivationsvideo für potenzielle Nichtwähler beworben. Parteichef Heinz Christian Strache serviert darin einem wahlfaulen FPÖ-Fan ein Bier.