Wien. (bau) Eine Entscheidung über die Zukunft des Nachrichtenmagazins "profil" könnte nach Informationen der "Wiener Zeitung" unmittelbar bevorstehen. Mit der Sache Vertraute sprechen von einem Zeithorizont von "zwei bis drei Wochen", wo noch Unklarheit darüber herrscht, wer bei "profil" künftig das Sagen hat.

Die Sache ist freilich diffizil: Das "profil" ist seit der Magazinfusion im Jahr 2001 quasi gespalten. Wirtschaftlich gehört es zur "News"-Gruppe (VGN), die Redaktionsgesellschaft aber ist zu 100 Prozent eine Tochter des "Kurier". Dies war eine wesentliche Auflage beim damals heftig kritisierten Zusammenschluss der "Kurier"-Magazine mit der Verlagsgruppe.

Problem dabei: Der Haussegen zwischen "Kurier" und VGN-Haupteigentümer Horst Pirker hängt schon seit Längerem schief. Beide würden das "profil" gerne zur Gänze übernehmen, wie der VGN-Vorstand erst kürzlich wieder in einem Interview betonte. Pirker geht dabei von einer Kartellgerichtsentscheidung in dieser Sache "im ersten Halbjahr" aus. Von dieser Entscheidung hänge letztendlich auch die Positionierung von "News" ab.

"Kurier"-Anteile übernommen

Diese habe sich seitdem aber "entscheidend verändert", sagt er nun dem "Journalist". Es sei ein "sehr seltsamer Zustand, dass uns das ‚profil‘ gehört, aber jemand jetzt Fremder die redaktionelle Hoheit dafür hat". Entscheidend verändert hat sich nämlich auch die Eigentümerstruktur der VGN: Pirker zog 2018 eine Option auf die Anteile des "Kurier". Dessen gerichtliche Schritte dagegen seien mittlerweile "letztinstanzlich entschieden", hält Pirker fest, "und zwar gegen den ‚Kurier‘."

Man habe indes schon davor Gespräche über eine gütliche Lösung begonnen, und dabei habe das "profil" eine tragende Rolle gespielt. Der "Kurier" wollte es auch wirtschaftlich übernehmen und meldete den Kauf im Februar bereits bei der Kartellbehörde an. Der Antrag wurde aber gleich darauf wieder zurückgezogen. Pirker sagt: "Wenn ich mir es aussuchen könnte, dann wäre es, das ‚profil‘ ganz bei uns zu haben."

Insider gehen indessen davon aus, dass sich Pirker mit einem höheren Kaufpreis dazu überreden lassen könnte, das Magazin zur Gänze dem "Kurier" zu überlassen. Danach, so wird spekuliert, könnte Pirker "News" und "Trend" zu einem Entscheidungsträgermagazin fusionieren. Pirker spricht daher auch im Interview von einer "anderen Rolle", die "News" innerhalb der VGN spielen könnte.