Ob bewindelter Wonneproppen oder pubertierende Nervensäge, ganzer Stolz oder schwarzes Schaf - Kinder können Segen sein und wahrlich Fluch zugleich. Doch zumindest einmal im Jahr stürmen Kinder jeden Alters Blumenläden und Süßwarengeschäfte. Oder frequentieren am Sonntagvormittag wenigstens ehrlich verzweifelt die eine oder andere Tankstelle nach einem annehmbaren Mitbringsel. Einige stammeln vielleicht sogar ein brav auswendig gelerntes Gedicht herunter. Es ist also wieder Muttertag. Und was wäre ein Ehrentag ohne eifrig bemühte oder wenigstens gut meinende Gratulanten? "Sind wir alle auch manchmal eine Last. Was wärst du ohne Kinder? Sei froh, dass du uns hast!", rezitieren diese etwa im in Österreich filmgewordenen "Muttertag" (So., 20.15, ORF1) mit verschmitztem Grinser. Das Fernsehprogramm widmet sich am Wochenende in diesem Sinne nicht nur den Müttern selbst, sondern auch den vielfältigen Beziehungen zwischen ihnen und ihren Kindern.

Denn die sind oft alles andere als unkompliziert. Das erfährt Claire (Sophie Schütt) in "16 über Nacht!" (Sa., 20.15, ATVII) am eigenen Leib. Nicht nur ihre Ehe mit Frank (Janek Rieke) strauchelt gewaltig. Auch zu ihren Kindern Betti (Maria-Victoria Dragus) und Daniel (Fynn Henkel) findet sie immer weniger Zugang. Als sie sich in Shakespeares "Sommernachtstraum" vertieft, geschieht, was Pucks Handschrift tragen könnte: Sie verwandelt sich in eine 16-Jährige. Unter dem Namen Tamara meldet sie sich in der Schule ihrer Kinder an und entwickelt schnell einen Draht zu ihnen, der ihr als Erwachsene bis dahin verwehrt blieb. Als Gleichaltrige lernt sie die beiden von ganz neuen Seiten kennen. Und auch ihren Ehemann Frank scheint sie trotz ihres jungen Alters auf ungewöhnliche Art zu interessieren. Trotz der neuen Perspektiven fehlt Claire ihrer Familie aber immer deutlicher.

Manchmal können zwischenmenschliche Hürden eben nur überwunden werden, wenn man kurz auf die Seite des anderen hüpft. So in etwa geht es auch Mutter Iris (Andrea Sawatzki) in "Meine Tochter, ihr Freund und ich" (So., 16.30, 3Sat). Nach der Trennung von ihrem untreuen Mann zieht die 49-Jährige zu ihrer Tochter Sandra (Anna Rot). Was die Mutter bisher nicht wusste: Die Tochter lebt mit ihrem Verlobten zusammen, der etwas reifer ist als vermutet. Zwar sorgt die Tatsache, dass ihr künftiger Schwiegersohn Hans (Axel Milberg) um sechs Jahre älter ist als seine Schwiegermutter bei dieser anfangs für Skepsis. Als sie allerdings selbst seinem 25-jährigen Sohn Tobias (Manuel Rubey) näherkommt, sitzt sie schließlich im sprichwörtlichen Glashaus. Doch eigentlich ist Tobias heimlich in die Verlobte seines Vaters verliebt und der wiederum hat mittlerweile insgeheim ein Auge auf seine Schwiegermutter in spe geworfen. Was anfangs noch kompliziert klingt, ist es bis zum Schluss. Denn als Sandra ebenfalls ihre Gefühle für den gleichaltrigen Tobias entdeckt, löst sich die doch recht eigenwillige Wohngemeinschaft schließlich vollends in ihre Bestandteile auf - Mutter und Tochter stieben auseinander. Nach einem Jahr finden sie aber schließlich doch wieder zusammen, beide mittlerweile in glücklichen Beziehungen. Mit wem, muss man nicht lange raten.

In "Rezept zum Verlieben" (So., 20.15, Sixx) bekommt Kate Armstrong (Catherine Zeta-Jones) unverhofft ebenfalls eine Tochter. Und die ist bereits zehn Jahre alt. Nach einem Autounfall ihrer Schwester nimmt Kate ihre Nichte Zoe (Abigail Breslin), deren Vater unbekannt ist, bei sich auf. Anfangs nimmt die neue Mutter-Tochter-Beziehung allerdings eher holprig Fahrt auf. Kate ist perfektionsgetrimmte Chefköchin in einem noblen Restaurant und kann nicht verstehen, warum die kleine Zoe ihren ausgefallenen Kreationen simple Nudelgerichte vorzieht.

Das ist natürlich nur die Spitze des Spaghettibergs. Denn parallel zu der heiklen privaten Situation bekommt Kate im Restaurant
den Koch Nick Palmer (Aaron Eckhart) zur Seite gestellt, von dessen Art sie sich beruflich bedroht fühlt. Ausgerechnet er ist es aber, der ihr hilft, eine Beziehung zu Zoe aufzubauen, als sie das Restaurant besucht. Was zunächst danach aussieht, als könnten die drei zu einer neuen Familie zusammenwachsen, wird schon bald von äußeren Einflüssen auf die Probe gestellt. Doch damit ist die Suppe am Muttertags-Festtisch aber noch längst nicht ausgelöffelt.