Rom. Der italienische Medienkonzern und neue ProSiebenSat1-Großaktionär Mediaset prüft Insidern zufolge eine Änderung seiner Firmenstruktur. Der vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und seiner Familie kontrollierte Konzern, der auch in Spanien Fernsehsender betreibt, erwäge eine Verlagerung seines juristischen Sitzes in die Niederlande, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Der Mediaset-Verwaltungsrat berate am Freitag, über eine Neuorganisation, sagte ein anderer Eingeweihter. Die Börse in Madrid setzte die Aktien der spanischen Mediaset-Tochter vom Handel aus. Die Mediaset-Aktie legte in Mailand um 2,3 Prozent zu und war damit zeitweise stärkster Wert im italienischen Leitindex. ProSiebenSat1 lagen in Frankfurt zwei Prozent im Plus.

Die Zeitung "Il Messaggero" berichtete ebenfalls von einer möglichen Sitzverlegung des italienischen Konzerns in die Niederlande und ergänzte, ein solcher Schritt könne eine Vereinbarung mit der deutschen Sendergruppe ProSiebenSat1 befördern. ProSiebenSat1 ist nach Angaben einer Sprecherin nicht an derartigen Gesprächen beteiligt. Mediaset hatte Ende Mai eine Beteiligung von 9,6 Prozent an der deutschen Kette gemeldet und ist damit deren größter strategischer Aktionär. Beide Konzerne hatten jedoch einen Bericht von "Il Messaggero" über eine Allianz dementiert.