Die Juni-Ausgabe von "Mad". - © Mad Magazine/DC Comics
Die Juni-Ausgabe von "Mad". - © Mad Magazine/DC Comics

(cb) Es sind fürwahr keine guten Zeiten für Satire. Erst hat die "New York Times" beschlossen, dass sie auf politische Karikaturen fortan verzichten will. Und nun muss das legendäre "Mad"-Magazin auch w.o. geben: Ein Autor der Publikation hat auf Twitter bestätigt, dass keine Original-Inhalte mehr geschrieben werden, sondern nur mehr alte Texte wiederverwertet werden sollen. In absehbarer Zeit werde das Produkt vermutlich ganz eingestellt. Eine offizielle Bestätigung des Verlags DC Comics steht noch aus. Einige Autoren seien entlassen worden, eine Quelle beschrieb die Situation: "Sie euthanasieren das Magazin still und leise."

"Mad" ist das am längsten erscheinende Satiremagazin der USA, im Sommer 1952 kam die erste Nummer des damals noch "Tales Calculated To Drive You Mad" betitelten Hefts heraus. Vier Jahre später erhielt das Magazin, das sich über alles aus Politik, Gesellschaft, Film und Fernsehen lustig machte, seinen berühmten Coverboy: Alfred E. Neumann, das Grinsgesicht mit den Segelohren. Die Bedeutung von "Mad" für die Popkultur der 60er bis 80er war immens. Man sieht zum Beispiel in François Truffauts Verfilmung von "Fahrenheit 451" einen Stapel der Witzhefte brennen. Nicht das Feuer macht "Mad" nun den Garaus, sondern die schlechten Verkaufszahlen.