Das Burgenland und die Esterhazy Betriebe sponsern für vorerst drei Jahre den mit 10.000 Euro dotieren Prof. Claus-Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus. Die bisherige, jahrzehntelange Kooperation des den Preis verleihenden ÖJC mit Südtirol war nicht mehr verlängert worden. Die Verleihung 2019 wird am 5. September in Eisenstadt stattfinden, hieß es am Montag in einem Pressegespräch.

Südtirol stieg aus

Der Prof. Claus Gatterer-Preis wird jedes Jahr vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) ausgelobt, geschaffen wurde der Preis 1985, ein Jahr nach dem Tod des aus Sexten in Südtirol stammenden Claus Gatterer. 1986 wurde er erstmals in der Heimatgemeinde Gatterers vergeben. Nachdem die jahrzehntelange Kooperation mit Südtirol als Sponsor nicht mehr fortgesetzt wurde, sprangen das Land Burgenland und die Esterhazy Betriebe GmbH ein. Diese teilen sich die Dotierung jeweils zur Hälfte.

LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) war erst wenige Tage im Amt, hat aber auf Anfrage des ÖJC sofort zugesagt, die Partnerschaft mit dem ÖJC einzugehen, hieß es am Montag in Eisenstadt. "Warum macht das das Burgenland? Es ist wichtig, dass es einen unabhängig gelebten Journalismus gibt", sagte Doskozil unter anderem. Man müsse ein Zeichen für einen kritischen, freien Journalismus setzen. Es gebe durchaus das Ansinnen seinerseits, die Kooperation mit dem ÖJC über die vorerst vereinbarten drei Jahre hinaus fortzusetzen.

"Wir wollen in allem, was wir tun, Grenzen öffnen", sagte Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterhazy Betriebe. Man hoffe, dass sich aus dem Preis heraus noch viele spannende Themen ergeben würden.

Verleihung im Schloß Esterhazy

Für ÖJC-Vizepräsident Oswald M. Klotz wurden "mit dem Land Burgenland und der Esterhazy Betriebe GmbH zwei starke Partner gefunden". Das Burgenland habe z. B. seine Minderheitenfragen vorbildlich gelöst. Die Preisverleihung 2019 werde am 5. September am Vormittag im Empire-Saal des Schloß Esterhazy stattfinden, sagte Klotz. Preisträger ist heuer der Tiroler Publizist und Blogger Markus Wilhelm, die Auszeichnung werde ihm unter anderem für seine Veröffentlichungen im Zusammenhang mit der "Causa Erl" zuerkannt, so Klotz. Der Landwirt, Blogger und freie Journalist Wilhelm erhalte den Preis "für sein jahrzehntelanges publizistisches Eintreten für zu Unrecht benachteiligte und missachtete Gruppen oder Personen". Eine "Ehrende Anerkennung" geht an die TV-Journalistin Beate Haselmayer. Sie bekommt die Auszeichnung für ihre Reportage "Besser als die Straße", die in der ORF-Sendung "Am Schauplatz" ausgestrahlt wurde.