Und so ist das Internet nun einmal, wie es ist. Doch muss es so bleiben? Kann es überhaupt so bleiben? Bis zu Cambridge Analytica und den immer noch nicht restlos aufgeklärten Eingriffen in den US-Wahlkampf waren diese Themen Nebensache. Doch der horrende Energieverbrauch der Rechenzentren und virtuellen Währungen, die gläsernen Menschen und die vielen Schattenseiten, von denen Hass im Netz nur ein Phänomen ist, sorgen nun für ein Umdenken.

Es muss etwas geändert werden

Das Internet einfach abzudrehen wäre wohl keine adäquate Lösung. Doch was wäre ein möglicher Ausweg? Der Informatiker Moshe Vardi denkt über eine Gebühr für ein freies Netz nach. Jeder Anwender zahlt an Google fünf Euro und würde dafür ein werbefreies Internet bekommen. Doch was zahlt man dann an Amazon, an Apple und all die anderen? Das Internet wurde schon zum Grundrecht der Menschen ausgerufen, doch wenn nicht alle Menschen Zugang zum Netz haben, wie soll das funktionieren?

Und falls Sie schon einmal ihren Internetprovider gewechselt haben, dann wissen sie, wie nackt man sich ohne E-Mail-Adresse fühlt. Wenn jeder Mensch einen digitalen Ausweis bekommen würde, eine Online-Identität und seine Daten absolut sicher gespeichert werden, mit einer lebenslangen E-Mail-Adresse, würde dies etwas ändern? Die eine, richtige Antwort scheint noch nicht gefunden. Derzeit läuft es wohl darauf hinaus, dass die Anwender ihre Daten wieder freikaufen und dann von Grund auf ein neugedachtes Internet der Menschen - Bots und Roboter, Algorithmen und der denkende Kühlschrank müssten dann wohl verbannt werden - entstehen kann.

Doch wenn es Geld kostet, was ist mit den Menschen, die sich einen solchen Zugang nicht leisten können? Im Gegensatz zu den Anfangstagen des Internets sollte man diesmal auch diese Frage in den Mittelpunkt stellen.