Wie konnte es nur so enden? Software-Entwickler haben ihre Schöpfungen nicht mehr im Griff. - © Adobe Stock/Olly
Wie konnte es nur so enden? Software-Entwickler haben ihre Schöpfungen nicht mehr im Griff. - © Adobe Stock/Olly

Www. "Wir haben einem 4-Jährigen eine geladene Waffe in die Hand gedrückt." "Es macht süchtig, ich bereue, dass ich es entwickelt habe." "Es tut mir so unendlich leid, ich wollte das Internet nicht zerstören." Diese Aussagen sind nur ein paar Beispiele für eine Vielzahl an öffentlichen Entschuldigungen von Software-Entwicklern in den USA. Immer wieder sehen sich die Developer dazu genötigt, sich von ihren eigenen Entwicklungen zu distanzieren und um Verzeihung zu bitten.

Die Idee war gut gemeint, aber das Endergebnis konnte man einfach nicht absehen. Ganz nach dem Motto - die Programmierarbeit und die technische Umsetzung waren genial, aber dummerweise sind die Anwender nicht in der Lage, die Tools so zu nutzen, wie wir sie eigentlich geplant gehabt hätten.

Der Fairness halber muss gesagt werden, dass das Leben als Developer ja wahrlich kein leichtes ist. Man muss unter Zeitdruck an mehreren Projekten arbeiten, die eigentlich schon vorgestern fertig sein sollten. Man muss mit Leuten, die keine Ahnung haben und glauben mit moderner Technologie lassen sich kaufmännische Fehlentscheidungen und schlechtes Management kaschieren, zusammenarbeiten. Überhaupt, mit Menschen, der größten Fehlerquelle in der IT-Welt. Immer wieder wird man aus seiner Nerd-Blase gerissen, muss nach dem Genuss von unzähligen Dosen Energydrinks oder Mate-Mischungen, immer noch eine weitere Nachtschicht einlegen.

Und kaum ist ein Problem gelöst, steht schon das nächste an. Kreativ sollte man sein, auf dem neuesten Stand der Entwicklungen, wissen, was für Serien gerade laufen und mindestens ein Set von T-Shirts mit lustigen Hexadezimal-Sprüchen besitzen. Und dann folgt der Druck der Slim-Fit-Anzug tragenden Start-Up-Gründer, die schnell einen Freundschaftsdienst benötigen und dann bezahlen, wenn Google das Unternehmen für eine Milliarde Dollar aufkauft oder ein Business-Angel einsteigt. Ja, das Leben in der Software-Branche ist kein einfaches, da sind noch die Anwender.

Developers, Developers

Mehr als 13 Jahre ist es jetzt schon her, da sorgte Steve Ballmer, damals noch bei Microsoft, für seinen legendären Auftritt bei einer Entwicklerkonferenz. Mit verschwitztem Hemd lief er über die Bühne und schrie "Developers, Developers, Developers". Vermutlich hätte er noch länger geschrien, wenn die Stimmbänder noch länger mitgemacht hätten. Aber immerhin sorgte Ballmer so für ein Highlight in Entwicklerkreisen und zeigte zudem auch wie viel körperlicher Einsatz in diesem Job gefragt sein kann. In einer digitalen Welt, in der Beschwerden der Endkunden auf unterschiedlichen Kanälen im weltweiten Netz die Runde machen, müssen die Developer für ihre Firmen in die Bresche springen, wenn es Probleme gibt. Oder aber, sie melden sich einfach so zu Wort, weil das schlechte Gewissen auf die Programmiererseele drückt.