Zürich. Die milliardenschwere Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz durch den Telekomkonzern Sunrise wird zur Zitterpartie: Der Sunrise-Großaktionär Freenet sperrt sich weiterhin gegen die für den Deal nötige 3,8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung, wie das deutsche Unternehmen am Freitag mitteilte. Freenet habe beschlossen, "unter den aktuellen Transaktionsbedingungen" auf einer für die kommenden Monate geplanten außerordentlichen Aktionärsversammlung gegen die Kapitalerhöhung zu stimmen.

Ob das deutsche Unternehmen damit die Kapitalspritze für die insgesamt 6,3 Milliarden Franken schwere Übernahme blockieren kann, ist offen. An der Börse heizte die Nachricht jedoch offensichtlich Spekulationen an, die Kapitalerhöhung könnte scheitern: Die Sunrise-Aktie legte knapp vier Prozent zu.

Freenet hält eine Beteiligung von 24,5 Prozent an Sunrise. Das allein reicht noch nicht aus, um die Kapitalerhöhung zu verhindern, für die sich eine einfache Mehrheit der Eigentümer aussprechen muss. Doch weil auf Generalversammlungen nie alle Aktionäre anwesend sind, hat Freenet ein beträchtliches Gewicht. "Der Ball liegt jetzt bei Sunrise", sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek zu Reuters. Sunrise müsse abklären, wie die übrigen Aktionäre zu dem Deal stünden.

Keine Neuverhandlungen

Der Schweizer Konzern erklärte, die Ankündigung von Freenet zur Kenntnis zu nehmen. Das Unternehmen sei "nach wie vor davon überzeugt, dass die Übernahme von UPC Schweiz eine stärkere und wertvollere Sunrise schafft." In der Vergangenheit hatte sich Sunrise zuversichtlich gezeigt, die übrigen Aktionäre von den Plänen überzeugen zu können. Neuverhandlungen haben sowohl Sunrise als auch der UPC-Verkäufer Liberty Global stets eine Absage erteilt.

Mit dem Zusammenschluss der beiden großen Unternehmen würde ein stärkerer Wettbewerber für den Marktführer Swisscom entstehen. Das fusionierte Unternehmen will mit Bündel-Angeboten für Mobilfunk, Breitband-Internet, TV und Festnetz Marktanteile gewinnen.

Ein Zeitpunkt für die entscheidende Aktionärsversammlung steht noch nicht fest. Wann diese stattfindet, hängt von den Wettbewerbshütern ab, die für die Übernahme noch grünes Licht geben müssen.