Florian Klenk, der Chefredakteur der Stadtzeitung "Falter" klagt den Kolumnisten Michael Jeannee und dessen Verleger, die "Krone". Klenk beantragt eine strafrechtliche Verurteilung von Jeannee wegen übler Nachrede und "den höchsten Entschädigungsbetrag, den das MedienGesetz hergibt - je 50.000 Euro von Krone Verlag und Krone Multimedia." Das gab der Journalist am Donnerstag auf Twitter bekannt.

Jeannee hatte in seiner Kolumne "Post von Jeannee" Klenk nicht nur Selbstverliebtheit vorgeworfen, sondern ihm auch unterstellt, Unwahrheiten zu verbreiten. Die Kolumne erschien nach Veröffentlichung eines Artikels des "Falter" über die Parteifinanzen der ÖVP. Exakt dieselben Verunglimpfungen, die Jeannee gegen Klenk vorgebracht hat, hat er auch an Peter Pilz gerichtet. Auch Pilz hat die Causa seinem Anwalt übergeben.

Presserat-Beschwerden

Der Österreichische Presserat hat Donnerstag auch bestätigt, dass er sich mit dem Fall befassen werde. Zu Mittag waren bereits mehr als 60 Beschwerden zu dem Thema eingelangt.

Einen anderen Fall hat der Österreichische Presserat abgeschlossen: Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein darf - zumindest in Kommentaren - als "High-Class-Oma" und als "First Lady" bezeichnet werden. Der Presserat sieht darin keinen Ethikverstoß - auch wenn High-Class-Oma "salopp und auch ein wenig spöttisch erscheint", habe es der befasste Senat weder als Persönlichkeitsverletzung noch als Diskriminierung wegen des Alters erachtet. Befasst hat sich der Presserat mit dieser Frage, weil eine Leserin sich über einen Kommentar auf "oe24.at" beschwerte. Der zuständige Senat befand, die Bezeichnungen "High-Class-Oma" und "First Lady" bewegen sich "noch im Rahmen dessen, was bei einem Kommentar zulässig ist".