Wien. Der Tiroler Blogger Markus Wilhelm wirft dem Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) Malversationen vor. Der Verein, der unter anderem den "Prof. Claus Gatterer-Preis" vergibt, betreibe die von ihm verliehenen Auszeichnungen als Geschäftsmodell, indem er den Sponsoren das Vielfache des Preisgeldes in Rechnung stelle, so der Vorwurf. Der ÖJC bestreitet die Anschuldigungen.

Als Beleg veröffentlichte Wilhelm auf seinem Blog www.dietiwag.org ein Faksimile der Rechnung für die Organisation des Gatterer-Preises an den damaligen Sponsor, das Land Südtirol, aus dem Jahr 2013. Der Verein habe getrickst, um auf die genannten Ausgaben zu kommen, wirft Wilhelm dem ÖJC vor. Der Preis selbst sei nur mit 5.000 Euro dotiert gewesen. Abgerechnet worden seien allerdings knapp 45.000 Euro - darunter rund 25.000 Euro für die Verwaltung.

"Rachefeldzug"

Der Präsident des ÖJC, Fred Turnheim, bestätigte am Dienstag die Echtheit der veröffentlichten Rechnung, wehrte sich aber gegen die erhobenen Vorwürfe. Die Ausrichtung und Organisation des Gatterer-Preises im Jahr 2013 habe sehr wohl die angegebenen Kosten verursacht. Vom Land Südtirol habe der Verein allerdings nur etwa 9.000 Euro erhalten. Der ÖJC sei verpflichtet, die vollständigen Kosten aufzugliedern, überwiesen worden sei allerdings nur das, "was mit dem Land ausgemacht war", eben die rund 9.000 Euro, sagte er. Bei den Vorwürfen handle es sich um einen "Rachefeldzug" Wilhelms.

Der Tiroler Blogger hätte in diesem Jahr den Gatterer-Preis erhalten sollen. Wilhelm sagte die Teilnahme an der Verleihung allerdings ab, was er mit Kritik am Verein und an der burgenländischen Landesregierung, die den Preis heuer sponserte, begründete. Der ÖJC wählte daraufhin einen neuen Preisträger.