Keine Party zu ihrem großen Ehrentag", titelt der Stern vor ein paar Tagen über den bevorstehenden Doppelgeburtstag von Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones. Skandale sehen wahrlich anders aus. Davon hatte Douglas in seiner Vergangenheit ohnehin genug. Alkoholexzess und Rosenkrieg liegen längst hinter dem Grand Seigneur der Traumfabrik. Beruflich ist er zwar immer noch äußerst umtriebig - erst im Jänner dieses Jahres erhielt er für seine Darbietung in der Netflix-Serie "The Kominsky Method" einen Golden Globe. Doch nachdem er und Zeta-Jones im Jahr 2000 heirateten, wurde es privat allmählich und gewollt ruhig um das Paar. Erst 2010 zerrten ihn tragische Schlagzeilen zurück in den Boulevard: Kehlkopfkrebs im fortgeschrittenen Stadium, den er mittlerweile besiegt hat.

Wie sehr Douglas und Zeta-Jones sonst den Rummel um sich reduzieren, zeigt sich schon am Händeringen der Boulevard-Blätter nach Schlagzeilen um ihren großen Tag. Am 25. September feiert Douglas seinen 75er, Zeta-Jones ihren 50er - und beide wollen sie das offenbar ohne großes Medientrara, sapperlot. Wer dennoch zumindest den Halbrunden von Michael Douglas zelebrieren möchte, muss am Samstagabend nur den Fernseher einschalten.

Denn ab 20.15 Uhr startet ORFeins in einen Michael-Douglas-Marathon. In "Das grenzt an Liebe" (20.15) spielt der Jubilar den Immobilienmakler Oren Little, der nach dem Tod seiner Frau zum zurückgezogenen Misanthropen geworden ist und den vom völligen Eremiten-Dasein nur noch der Verkauf seines noblen Elternhauses trennt. Doch plötzlich steht sein Sohn Luke (Scott Shepherd) auf seiner Schwelle, eröffnet ihm, dass er Großvater sei, und überlässt die zehnjährige Tochter Sarah (Sterling Jerins) schließlich seiner Obhut, weil Luke selbst für einige Monate ins Gefängnis muss und ihre Mutter aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit nicht fähig ist, für sie zu sorgen. Eine unerwartet autobiografische Parallele zu Michael Douglas‘ Biografie: Sein Sohn Cameron war tatsächlich sieben Jahre wegen Drogenbesitzes inhaftiert.

Im Film kann Oren allerdings dank eines guten Anwalts die Unschuld seines Sohns beweisen. Doch bis dieser seine Vaterpflichten wieder aufnehmen kann, nimmt sich zunächst Nachbarin Leah (Diane Keaton) der unverhofften Enkelin und ihrem griesgrämigen Großvater an, der mit der Situation heillos überfordert ist. Wie es sich für eine klassische Hollywood-Beziehungskomödie gehört, dauert es natürlich nicht lange und die ersten Schmetterlinge flattern durch die Bäuche.

Es scheint fast wie ein Klassentreffen unter Hollywood-Altmeistern, wenn Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman und Kevin Kline in "Last Vegas" (21.50) vier Senioren geben, die in Vegas jede Menge illuminierten Schabernack treiben; eine Art "Hangover" für die Zielgruppe Haftcreme. Billy (Michael Douglas) soll bald seine um 40 Jahre jüngere Verlobte heiraten, also bescheren ihm seine Jugendfreunde Archie (Morgan Freeman), Sam (Kevin Kline) und Paddy (Robert De Niro) einen Junggesellenabschied in der Hauptstadt des Lasters. Als sich Barsängerin Diana (Mary Steenburgen) zu ihnen gesellt, kocht schließlich der ungeklärte Konflikt zwischen Billy und Paddy hoch: Beide haben sich in sie verliebt, wie einst schon in Sophie, deren Witwer Paddy mittlerweile ist. Wie er nun in Vegas über Umwege erfahren muss, war ihre Entscheidung ursprünglich auf Billy gefallen, wie auch jetzt Diana Billy wählt.

Auch als Dan in "Eine verhängnisvolle Affäre" (23.30) gibt Michael Douglas den Playboy. In diesem Fall löst sich seine Untreue aber nicht in Wohlgefallen für alle auf, sondern wird zur existenziellen Bedrohung für sich und sein gesamtes Umfeld. Denn was für Dan als lockerer Seitensprung mit Alex (Glenn Close) begann, während seine Frau Beth (Anne Archer) und Tochter Ellen (Ellen Hamilton Latzen) für ein Wochenende nicht in der Stadt waren, wird für Alex zur Obsession. Sie fängt an, ihn zu stalken. Und nicht nur ihn: Die ganze Familie wird zur Zielscheibe.

Wenn Michael Douglas sich schon nicht selbst feiern möchte, übernimmt das ORFeins also in voller Bandbreite vom Kult-Thriller bis zum Schenkelklopfer. Und wie auch immer er und Zeta-Jones ihren "Ehrentag" letztlich begehen - zu feiern gäbe es genug.