Für illustre Fotos mit Diskokugel oder im Bällebad gibt es jetzt einen speziellen Ort. Für einen relativ gesalzenen Eintrittspreise bietet das neue Museum sicherlich viel Spaß. - © Amelie Strobl
Für illustre Fotos mit Diskokugel oder im Bällebad gibt es jetzt einen speziellen Ort. Für einen relativ gesalzenen Eintrittspreise bietet das neue Museum sicherlich viel Spaß. - © Amelie Strobl

Ein Selfie mit zwei riesigen Plüschbären vor einer Herzerl-Tapete, eingebettet in von der Decke schwebenden Rosen oder im pinken Bällebad? Das am 4. Oktober eröffnende "nofilter_museum" in der Wiener Innenstadt bietet allen Instagram-Fans auf 500 Quadratmetern bis zum April 2020 die Möglichkeit, sich vor unterschiedlichen Kulissen auszutoben. Wochentags legt man dafür 25 Euro für 90 Minuten hin.

Erdacht wurde das Konzept von den beiden BWL-Absolventen Petra Scharinger (25) und Nils Peper (29), die gemeinsam mit Architektenteams und Designern (u.a. von der Design University in St. Pölten) 24 interaktive Stationen geschaffen haben, in denen sich Influencer und solche, die es noch werden wollen, ablichten können. Schauplatz ist ein ehemalige asiatisches Kunsthandwerkgeschäft, das man zur Zwischennutzung übernommen hat. Freilich hoffen die Macher darauf, ihr "nofilter_museum" danach weiterführen oder in anderen Städten wiederaufbauen zu können.

Auch im Goldregen lässt sich hier baden. - © Philipp Lipiarski
Auch im Goldregen lässt sich hier baden. - © Philipp Lipiarski

Handyfixierung mit Kunst verbinden

"Es ist schade, dass die jungen Leute nur mehr aufs Handy schauen. Da dachten wir, wir könnten diesen Umstand mit Kunst verbinden", so Scharinger. Peper will "vor allem Spaß vermitteln". Denn: "Jugendliche wollen verschiedenen Content createn." Damit sie dies im Rahmen der Laufzeit öfter machen können, sind Adaptierungen bei den Stationen geplant. Derzeit kann man etwa auf einer zitronengelben Schaukel durch die Luft wirbeln oder sich mit pinken Flamingos ablichten. Auch bunt verzierte Cupcakes stehen im oberen von drei Geschoßen bereit, in einem Miniatur-Heißluftballon heißt es virtuell abheben.

Apropos virtuell: Im Untergeschoß hat die Design University einen multimedialen Raum geschaffen, in dem auf Berührung die animierten Hintergründe wechseln. So können sich Insta-Maniacs vor schäumenden Wellen, mit Engelsflügeln oder in einem abstrakten Weltraum bewegen. Das Nutzen von Filtern ist - entgegen des Titels - ausdrücklich erwünscht, der Hashtag #nofiltermuseum bringt Reichweite.

Vorbilder New York und Tokio

Die beiden Macher erwarten sich zwischen 200 und 400 Besucher pro Tag, wie sie auf APA-Anfrage erklärten. Dies sei etwa der auf Wien heruntergerechnete Vergleichswert bei ähnlichen Projekten von internationalen Vorbildern von New York bis Tokio. (apa)