Netflix punktet mit Eigencontent wie hier "The Ranch". - © Netflix
Netflix punktet mit Eigencontent wie hier "The Ranch". - © Netflix

Cannes. Da kommt etwas auf die Kunden zu: Die drei Giganten Disney, Warner und Apple wollen noch in diesem Jahr ihre eigenen Video-on-Demand-Portale starten. Das dürfte wohl für einige Turbulenzen sorgen. Im TV-Markt ist Netflix nach Überzeugung der Branchenexpertin Laurine Garaude ein Türöffner für große Medienkonzerne. Das sagte die Chefin der weltgrößten TV-Messe Mipcom zum Beginn des Branchentreffs in Cannes. Während die beiden ersteren Unternehmen über ein riesiges Archiv mit unzähligen Blockbustern - darunter "Star Wars" - verfügen, ist Apple ein Technologie-Gigant, der über die Verbreitung seiner Endgeräte sofort hunderte Millionen Konsumenten direkt erreichen kann.

"Innerhalb der nächsten zwölf Monate wird sich der gesamte Streaming-Markt stark verändern", so der deutsche Produzent Oliver Berben: "Wir verhandeln bereits seit längerer Zeit mit sämtlichen großen Playern über konkrete Groß-Projekte." Nicht nur für ihn sei die Zusammenarbeit besonders interessant, weil diese Plattformen direkt den ganzen Weltmarkt im Blick haben. Aktuell bereitet er die Serie "Resident Evil" für Netflix vor.

Kommt: "German Moon"

Auch Michael Souvignier von der Produktionsfirma Zeitsprung hat die aufwendige ARD-Serie "Oktoberfest", die an der Cote d’Azur unter dem Titel "Empire Oktoberfest" angeboten wird, direkt mit Blick auf die globale Vermarktung konzipiert. Für sein nächstes internationales Serien-Großprojekt "German Moon" über die Mitarbeit deutscher Wissenschafter an der Mondlandung gab der Kölner Souvignier nun auch den Regisseur bekannt: Achim von Borries, bekannt für die Sky-Eigenproduktion "Babylon Berlin".

Die Mipcom zeigt noch bis Donnerstag, was schon bald in Millionen Wohnzimmern flimmert. Mehr als 11.000 Insider aus aller Welt kommen zusammen.