Die Ausgangslage ist fatal - aber noch nicht hoffnungslos. War der Vorabend auf ORF1 schon länger kränkelnder Dauerpatient in der Küniglberger Klinikanstalt, so wird es nun offenbar Zeit, eine Operation am Herzen zu wagen. Denn die Quoten im für den ORF extrem wichtigen Vorabend sind unerfreulich bis desaströs. Die alten Serien wie "Malcom mittendrin", "Scrubs" und "How I met your mother" - jahrelang solide Bringer - haben ihre Zeit einfach hinter sich. Die Marktanteile liegen bei diesen Sendungen derzeit bei zwei, drei Prozent (12+). Das ganze Ausmaß des Desasters zeigt sich aber bei den absoluten Zahlen: Wenn ORF1 wie am Donnerstag dieser Woche um 17.17 Uhr lediglich 21.000 Zuseher motivieren kann, braucht man nichts mehr zu beschönigen.

Ein Kapitel für sich ist dabei das "Magazin 1", gedacht als junges Nachrichtenangebot mit Tiefgang, performt jedoch mehr schlecht als recht: 28.000 Zuschauer, zwei Prozent Marktanteil wie am Donnerstag um 18.10 Uhr sind meilenweit unter dem, was der Sender ORF1, der immerhin einen Löwenanteil der Werbe-Einnahmen einspielt, brauchen würde.

Nun soll es also ein neues Quizformat retten, für das der ORF derzeit Kandidaten sucht. "Q1 ein Hinweis ist falsch" heißt das Format, das ab 2. Dezember wochentags um 18.40 Uhr für eine neue Aufwärtsbewegung sorgen soll. Anleihen nimmt man da bei der ARD, die mit ihrem Quiz zumindest nicht so schlecht fährt wie ORF1. Auch ServusTV wird sich sicher freuen, dass dessen Quiz-Format "Quizmaster", das den 19.30 Uhr-Slot füllt, Konkurrenz bekommt. "Q1" läuft dabei übrigens gegen "Bares für Rares" - bekanntlich kein leichtes Umfeld.

Moderieren wird beim ORF übrigens Sportmoderator Oliver Polzer. Eine durchaus kontroversielle Entscheidung, ist Polzer als Sportmoderator durchaus bisweilen bissiger Kritik im Netz ausgesetzt. Polzer ist nach eigenen Angaben selbst "ein begeisterter Quizkonsument".

Das Spielsystem ist schnell erklärt: Ein Paar, das sich gut kennen und einschätzen können muss, spielt. Zuerst wird das Thema des gesuchten Begriffes bekanntgegeben. Vier Hinweise sollen auf die richtige Spur führen. Aber das ist schwieriger, als es klingt: Denn das Spiel und die Moderation sorgen gemeinsam dafür, dass es nicht zu einfach wird, die richtige Antwort zu geben. Falsche Fährten können die Kandidatinnen und Kandidaten in die Irre führen. Für jede richtige Antwort erhalten die Spielerinnen und Spieler 100 Euro. Nach oben gibt es keine Grenze, denn das Spiel ist erst dann zu Ende, wenn sich ein Team dazu entschließt, auszusteigen und mit dem bisherigen Gewinn das Studio zu verlassen, oder wenn eine Frage falsch beantwortet wird. In letzterem Fall verliert das Team aber alles, was bis dahin erspielt wurde. Kommt Quiz-Zuschauern alles zumindest nicht ganz unbekannt vor.

"Egal ob verheiratet oder Flirt"

Wer bei "Q1" mitmachen will, muss zu zweit sein und ein Mindestalter von 16 Jahren haben - "egal ob man seit dreißig Jahren verheiratet ist oder einander als Urlaubsflirt gerade erst kennengelernt hat, gleich, ob es sich um Kollegen oder Kolleginnen handelt oder um Vater und Tochter, Sportfreunde oder Nachbarn. Hauptsache, man kennt einander gut", heißt es beim ORF.